Im ersten Moment wundert einen das, ich kenne es aber aus eigener Erfahrung, und man kann es erklären:
Je nach Genetik und Phänotyp, also den genetischen Unterschieden zwischen Pflanzen aus denselben Samen, gehen Pflanzen unterschiedlich empfindlich mit Dünger um. Dazu kommt die Größe: Wer weniger Masse hat, braucht auch etwas weniger.
Genau deshalb sind die Mengenangaben der Hersteller meistens nur eine sehr grobe Richtung.
Da hängt einiges mit drin:
• die Genetik der Pflanze (also wie empfindlich sie individuell auf zu viel Dünger reagiert)
• die Größe der Pflanze (die Pflanzenmasse)
• wie viel Erde vorhanden ist (die Topfgröße)
• in kleinen Töpfen konzentriert sich der Dünger viel schneller im Substrat, wenn der Stoffwechsel der Pflanze zu langsam läuft, und der EC-Wert wird dadurch schneller kritisch, weil kaum Puffer da ist
• der Stoffwechsel der Pflanze im Verhältnis zu ihrer Umgebung überhaupt
• er läuft schneller bei viel Licht und höheren Temperaturen (etwa 22–28 °C)
• und langsamer, wenn es kühl oder deutlich zu warm ist oder zu wenig Licht ankommt
Auf dieser Grundlage muss man die Düngergabe genau abstimmen, sonst lagern sich die Salze im Substrat an, summieren sich auf und blockieren der Pflanze irgendwann die Nährstoffaufnahme. Manche Genetiken stecken beim Düngen deutlich mehr weg als andere.
Man muss im Laufe des Grows ein Gespür dafür bekommen, welche Pflanze wie viel verträgt, und die Größe beziehungsweise Masse grob mit einrechnen.
Bei dir ist aber noch alles im Rahmen. Bisher sehe ich vor allem größere Fächerblätter mit deutlichen Nährstoffbränden. Die sind in deinem Blütestadium sowieso nicht mehr besonders wichtig. Wenn sie zu "verkrüppelt" sind, kannst du sie auch einfach abnehmen, das schadet der Pflanze nicht.
Schau dir an, wie die Pflanzen jetzt weiter reagieren, und stell die Düngergabe pro Pflanze einzeln ein, so wie oben beschrieben. Dann sollte das laufen.
Sobald die Pflanze mit den deutlichen Überdüngungszeichen die Nährstoffe "umgewandelt" hat und du erst einmal nur noch normal gießt, also ohne Dünger, kommt der EC-Wert von selbst wieder in einen guten Bereich. Irgendwann hört dann auch die Wachstumsverzögerung auf und alles ist wieder rund. Dass diese Pflanze danach etwas hinterherhinkt, musst du natürlich einkalkulieren und bei der Düngemenge berücksichtigen.