Genau, den kleineren Topf würde ich auch empfehlen. Es stimmt zwar und ist auch völlig berechtigt, dass jeder zusätzliche Stress bei Autoflowern Wachstum kostet. Nur lässt sich ein Umtopfen, wenn man es geschickt angeht, fast ohne Stress erledigen.
Entscheidend ist, dass man nicht zu spät umtopft und den ganzen Wurzelballen samt Pflanze bewegt, ohne die Wurzeln dabei zu belasten. Mit etwas Gefühl hält man die Pflanze kopfüber, verformt den Topf ein wenig, und meistens löst sich der komplette Wurzelballen von selbst und landet in der Hand. Weil man früh umtopft, sind die Wurzeln am Rand noch kaum oder gar nicht angekommen, es ging also auch noch kein Wachstum durch Platzmangel verloren.
Warum die Keimung im kleinen Topf Vorteile hat:
• zum einen soll gekeimt werden, wo wenig Nährstoffe sind, also in Anzucht- oder Keimlingserde, und genau das ist damit gegeben
• später müssen die Pflanzen sowieso in nährstoffreichere Erde, da fügt sich das Umtopfen perfekt ein, und man muss keine mehreren Erdschichten im Topf vorbereiten
• und der wichtigste Punkt: Staunässe
• Wasser verteilt sich nun mal gleichmäßig in der Erde, und in einem großen Topf mit kleiner Pflanze ist richtiges Bewässern deutlich schwieriger
• eine kleine Pflanze nimmt kaum Wasser auf, und über sie verdunstet fast nichts. Einmal zu viel gegossen, und das Wasser steht ewig im Topf. Die Pflanze braucht aber Trockenphasen zum Atmen, sonst kommt es zu Wurzelfäule. Im kleinen Topf verdunstet der Überschuss viel schneller, im großen reicht ein einziges kräftiges Übergießen schon für Probleme bis hin zur Wurzelfäule
• bei kühlen Temperaturen wird das Ganze noch deutlicher
Wer im großen Topf keimt, braucht ein sehr sicheres Gefühl fürs Gießen. Die Atmungsphasen der Pflanze fallen schlechter aus, und das ist für sie ebenfalls eine Art Stress.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Vorteile klar dafür sprechen, den Keimling im kleinen Topf vorzuziehen und ihn danach in einen größeren umzusetzen. Gerade Anfängern, denen beim Gießen noch das Feingefühl fehlt, hilft es enorm, wenn zu viel gegebenes Wasser auch wieder verdunsten kann. Im kleinen Topf überlebt die Pflanze ein einmaliges Übergießen, im großen kann es tatsächlich ihr Ende sein, besonders solange es noch kühl ist.
Wer sich das Umtopfen von einem kleinen in einen größeren Topf nicht zutraut, kann auch zu sogenannten Jiffys greifen. Dort wachsen die Wurzeln durch den Rand hindurch, und man muss die Pflanze gar nicht erst aus dem alten Topf holen.
In Jiffys steckt allerdings oft nur wenig an Nährstoffen, meist sind sie kokosbasiert, deshalb muss das Eintopfen in ein nährstoffreicheres Substrat dann recht zügig folgen, sonst geht der Pflanze bald die Energie aus.
Ich rate grundsätzlich niemandem davon ab, gleich im Endtopf zu keimen, weise aber auf die Risiken und Schwierigkeiten hin. Bei warmen Temperaturen und einem guten Gespür für die Wassermenge kann das genauso gut klappen. Für Anfänger halte ich es aber für ein unnötiges Risiko und empfehle deshalb den Weg über das Umtopfen oder eben Jiffys.