Zum Inhalt springen

Autoflower outdoor: welchen Dünger braucht es wirklich?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo in die Runde,

ich könnte einen Rat zum Düngen meiner Pflanzen brauchen. Dieses Jahr möchte ich es zum ersten Mal mit Automatics draußen versuchen. Die Samen habe ich bei zamnesia bestellt und schon in ein Glas Wasser gelegt, dazu kam der Monster Bud Mix-Living soil Dünger. Eigentlich hätte ich die Pflanzen gern noch zusätzlich gestärkt, aber eben auf die richtige Art.

Erfahrung mit Dünger oder mit Automatics habe ich bisher überhaupt keine. Beim Nachlesen kam heraus, dass Automatics nur sehr wenig Dünger brauchen, deshalb frage ich mich, ob man trotzdem noch etwas dazukaufen sollte. Bei Plagron bin ich über verschiedene Produkte gestolpert, würde mir dazu aber lieber den Rat von jemandem holen, der damit schon gearbeitet hat. Auf mich wirkt das Ganze nämlich ziemlich komplex, und man kann offenbar VIEL falsch machen.

Vielen Dank schon jetzt für eure Antworten.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Moin!

Steht dir für die Vorzucht ein Zelt zur Verfügung? Oder hast du sonst eine Möglichkeit, die Pflanzen nachts warm zu stellen? Tagsüber ist es zwar mittlerweile warm genug, nachts aber noch ziemlich kalt. Während der Keimphase solltest du mindestens 18-25°C ansteuern.

Anders als photoperiodische Pflanzen tragen Autoflowers, wie der Name andeutet, eine genetische Uhr in sich, die mit der Keimung startet. Zwei bis drei Wochen danach beginnt die Blüte von selbst. Gerade in dieser Zeit sollten die Bedingungen so gut wie möglich sein: reichlich Licht (mindestens 18h, einige Grower fahren 24h), durchgehend 20-25°C und genug Nährstoffe, damit die Pflanze in der kurzen Vegiphase überhaupt Masse aufbauen kann. Sie legt auch in der Blüte noch zu, aber die ersten Wochen entscheiden, was am Ende dabei herauskommt.

Deshalb würde ich dir eher zu mineralischer Düngung raten (Canna Terra: Terra Vega, Terra Flores). Living Soil hängt stark an der Temperatur: Je kühler der Topf, desto langsamer laufen die Prozesse, die die Nährstoffe überhaupt verfügbar machen. Mineralischer Dünger steht dagegen mit dem Gießen sofort bereit und lässt sich genauer dosieren. Etwas kühlere Nächte spielen dann keine Rolle mehr, zu kalt sollte es aber trotzdem nicht werden.

Auch bei den Töpfen würde ich groß gehen, also 25l. Die halten die Temperatur länger und puffern den Ph-Wert durch ihr Volumen besser ab. Als Substrat nutze ich Biobizz Lightmix, damit läuft es tadellos.

Viel Erfolg!

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hei, danke erst mal für die schnelle und ausführliche Antwort. Ein Zelt habe ich leider nicht, ich würde sie fürs Erste aufs Fensterbrett stellen. Heißt das, ich sollte den Living Soil lieber sein lassen?

Wegen des mineralischen Düngers habe ich bei zamnesia geschaut, da gab es viele Produkte von Plagron. Es sind aber gefühlt 1000 verschiedene, und ich weiß überhaupt nicht, welches ich brauche oder welche sich lohnen. Aufgefallen ist mir ein Paket namens "Top Grow Box 100% Natural", in dem angeblich alles Nötige enthalten ist. Vielleicht kannst du dazu etwas sagen, ob das für mich sinnvoll wäre.

Und dann hätte ich noch eine Frage zum flüssigen Dünger. Die Dosierung steht ja auf der Flasche, aber wie viel Wasser gibt man eigentlich? Die letzten Jahre habe ich immer so lange gegossen, bis unten wieder etwas rauskam. Auf der Flasche steht aber zum Beispiel 1ml/1L Wasser, und es wird ja wohl nicht bei einem Liter Flüssigkeit bleiben. Muss ich vorher schon gießen und die Lösung danach nachgeben, oder wie ist das gedacht?

Sorry für die ganzen Fragen, aber von Düngern und Automatics habe ich absolut keinen Schimmer haha

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Willkommen im Forum!

Leider startet dein Grow unter schlechten Vorzeichen. Für Automatics draußen ist es in Deutschland einfach noch zu früh im Jahr.

Eine Automatic lebt ungefähr 90 Tage. Deine Pflanzen wären damit etwa Anfang Juni reif. Dauerhaft nach draußen dürfen sie hier erst ab den Eisheiligen Mitte Mai, ab da ist kein Frost mehr zu erwarten.

Gut möglich, dass es schon früher einige Tage lang frostfrei bleibt.

Wenn du deine Automatics in Töpfen ziehst, musst du sie bis dahin ständig von draußen nach drinnen und zurück tragen, damit sie so viel Licht wie möglich bekommen. Mit Sonnenlicht allein kommst du jetzt noch nicht aus.

Ich bin selbst kürzlich mit einem Versuch bei extrem wenig Licht gescheitert. Bei so wenig Licht verdunsten die Pflanzen kaum, und Überwässerung wird dadurch zu einem großen Thema.

Willst du die Pflanze wirklich durchbringen, dann leg dir wenigstens eine kleine Pflanzenlampe zu und öffne ein kleines Gewächshaus möglichst häufig, damit die Luftfeuchtigkeit zur Temperatur passt. Dazu später gerne mehr.

Der Dünger ist dabei deine geringste Sorge. Eine vorgedüngte Blumenerde aus dem Baumarkt plus mineralischer Dünger sollte genügen, falls überhaupt gedüngt werden muss.

Je besser die Bedingungen für die Pflanzen sind, desto mehr Nährstoffe brauchen sie.

Ich drücke dir die Daumen

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Bevor du dir zu viele Gedanken um den Dünger machst, solltest du dich um die Punkte kümmern, die bei deinem zu früh begonnenen Outdoor-Grow gerade tatsächlich zählen. Dünger ist frühestens zwei bis drei Wochen nach der Keimung ein Thema, bei zu wenig Licht und damit zu wenig Photosynthese sogar später oder überhaupt nicht, weil die Pflanze ihn ohnehin nicht verwerten kann.

Deine Hauptprobleme sind:

• Du hast zu früh angefangen

• draußen ist es noch deutlich zu kühl, und mit kühleren Temperaturen ist jederzeit wieder zu rechnen

• auf dem Fensterbrett ist zu wenig Licht für Photosynthese, gerade bei den noch kurzen Tagen im März

• daraus werden lange, dünne Pflanzen mit wenig Blättern und nur kleinen Blüten, falls sie es bis zur Blüte überhaupt schaffen

• Autoflower blühen, wie der Name sagt, von selbst

• das setzt etwa zwei bis drei Wochen nach der Keimung ein, nach 60-90 Tagen sind sie durch

• bei deinem frühen Start fehlen der Pflanze die guten Bedingungen, weil die Tage kurz und die Temperaturen kühl sind

So bekommst du weder indoor an der Fensterbank mit reinem Tageslicht noch outdoor bei der aktuellen Kälte einen Grow hin, mit dem du zufrieden wärst.

Ich kenne das selbst: Man ist voller Vorfreude, das Wetter fühlt sich nach Frühling an, und man legt einfach los, ohne die Grundlagen schon zu kennen.

Die Pflanzen brauchen viel Licht und am besten Temperaturen zwischen 18 und 28°C, damit die Photosynthese läuft und der Stoffwechsel in Gang kommt. Deshalb geht es normalerweise erst Ende Mai los, wenn man direkt draußen anfängt. Mit einer LED-Lampe kann man zwei Wochen früher starten, drinnen unter dem zusätzlichen Licht vorziehen und die Pflanzen anschließend nach draußen stellen.

Man will aus dem Grow ja das Maximum holen, damit am Ende die für eine Autoflower üblichen 15-50g zusammenkommen.

Was du tun kannst:

• den jetzigen Grow schlicht als Lernerfahrung ohne Aussicht auf Ernte betrachten und im Mai mit guten Bedingungen neu starten

• dir eine günstige LED-Lampe holen (~ 20-50W) und den Grow improvisiert drinnen fahren, dann sind wenigstens kleine Erträge drin

• dabei solltest du aber wissen, dass Cannabis spätestens ab der Blüte recht kräftig riecht

Ich will dir den Spaß nicht nehmen, aber ohne passende Temperaturen und Lichtmengen wachsen die Pflanzen eben nicht. Daran führt kein Weg vorbei, mit Willenskraft allein kommt man da nicht weiter.

Wenn du das Ganze nur als Spaß siehst, mach ruhig weiter und schau, was passiert. Zum Lernen ist es auf jeden Fall nützlich, und Ende Mai kannst du es dann noch mal angehen.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell
ich könnte einen Rat zum Düngen meiner Pflanzen brauchen. Dieses Jahr möchte ich es zum ersten Mal mit Automatics draußen versuchen. Die Samen habe ich bei zamnesia bestellt und schon in ein Glas Wasser gelegt, dazu kam der Monster Bud Mix-Living soil Dünger. Erfahrung mit Dünger oder mit Automatics habe ich bisher überhaupt keine. Auf mich wirkt das Ganze ziemlich komplex, und man kann offenbar VIEL falsch machen.

So ähnlich verwirrt verlasse ich den Laden auch jedes Mal ...

Bei dem Dünger, den du gekauft hast, handelt es sich um einen organischen mit Zusätzen, die das Bodenleben in Gang bringen sollen, etwa indem sie Mycorrhizapilze und Nematoden enthalten oder deren Ansiedlung fördern. Hört sich gut an, kann funktionieren, kostet bestimmt etwas, und ob es wirklich etwas bringt, weiß ich nicht.

In diesem Video wurden living soil und mineralische Düngung gegenübergestellt, und beim Ertrag zeigte sich kein großer Unterschied:

Bei dir wäre erst mal die Frage, welche Erde du nimmst. Die gekeimten Samen gehören zunächst in ganz gewöhnliche, nährstoffarme Erde. Die Sätzlinge würde ich auf die Fensterbank setzen und nur dann auf den Balkon oder in den Garten stellen, wenn es sonnig ist und draußen über 10° C hat.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Danke euch beiden erst mal für die ausführlichen Erklärungen, damit bin ich schon einiges weiter. Ich denke, mit diesen Samen wird es einfach nur ein kleines Lernprojekt, weil die Bedingungen wie oben beschrieben noch nicht wirklich passen. Gekeimt sind sie nun aber schon, also habe ich sie eben eingepflanzt, in 10L Töpfe, etwas Größeres hatte ich leider nicht da.

Sobald die Bedingungen stimmen, starte ich dann einen zweiten Versuch, und dann kann man sich ansehen, wie sich die Pflanzen mit Dünger entwickeln. Denn ZWINGEND notwendig ist das Düngen ja nicht, wie ihr schon geschrieben habt. Mir ging es nur darum, dass man mit Dünger die kompletten 100% herausholen kann, so hatte ich es überall im Internet gelesen.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Die Keimlinge würde ich, wie oben schon angesprochen, lieber in einen kleinen Blumentopf mit etwa 0,7 l setzen oder einfach in einen Pappbecher mit ein wenig Erde, statt direkt in den 10 l Topf. Im kleinen Topf lassen sie sich außerdem viel leichter nachts hereinholen und tagsüber wieder rausstellen.

Ich habe übrigens auch schon mit dem Anbau begonnen, das Wetter ist gerade schön und ich hatte einfach Lust darauf, auch wenn ich leider nur photoperiodisches Hanf bekommen habe. Das ist nicht ideal, weil es bis zum Herbst noch ewig dauert. Mein Vorgehen: Solange es draußen über 10° C hat, stelle ich die Pflanzen raus, und nachts bis etwa Mai beziehungsweise zu den Eisheiligen wieder rein. Eine Anzuchtbox, also ein kleines Growzelt mit künstlichem Licht, habe ich nicht ... vielleicht ist jetzt ja der passende Moment, mir so etwas zu besorgen.

Düngen kann helfen, aber eben auch schaden. Handelsübliche Blumenerde ist ohnehin schon vorgedüngt, und auch im light mix stecken für den Anfang genug Nährstoffe.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Genau, den kleineren Topf würde ich auch empfehlen. Es stimmt zwar und ist auch völlig berechtigt, dass jeder zusätzliche Stress bei Autoflowern Wachstum kostet. Nur lässt sich ein Umtopfen, wenn man es geschickt angeht, fast ohne Stress erledigen.

Entscheidend ist, dass man nicht zu spät umtopft und den ganzen Wurzelballen samt Pflanze bewegt, ohne die Wurzeln dabei zu belasten. Mit etwas Gefühl hält man die Pflanze kopfüber, verformt den Topf ein wenig, und meistens löst sich der komplette Wurzelballen von selbst und landet in der Hand. Weil man früh umtopft, sind die Wurzeln am Rand noch kaum oder gar nicht angekommen, es ging also auch noch kein Wachstum durch Platzmangel verloren.

Warum die Keimung im kleinen Topf Vorteile hat:

• zum einen soll gekeimt werden, wo wenig Nährstoffe sind, also in Anzucht- oder Keimlingserde, und genau das ist damit gegeben

• später müssen die Pflanzen sowieso in nährstoffreichere Erde, da fügt sich das Umtopfen perfekt ein, und man muss keine mehreren Erdschichten im Topf vorbereiten

• und der wichtigste Punkt: Staunässe

• Wasser verteilt sich nun mal gleichmäßig in der Erde, und in einem großen Topf mit kleiner Pflanze ist richtiges Bewässern deutlich schwieriger

• eine kleine Pflanze nimmt kaum Wasser auf, und über sie verdunstet fast nichts. Einmal zu viel gegossen, und das Wasser steht ewig im Topf. Die Pflanze braucht aber Trockenphasen zum Atmen, sonst kommt es zu Wurzelfäule. Im kleinen Topf verdunstet der Überschuss viel schneller, im großen reicht ein einziges kräftiges Übergießen schon für Probleme bis hin zur Wurzelfäule

• bei kühlen Temperaturen wird das Ganze noch deutlicher

Wer im großen Topf keimt, braucht ein sehr sicheres Gefühl fürs Gießen. Die Atmungsphasen der Pflanze fallen schlechter aus, und das ist für sie ebenfalls eine Art Stress.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Vorteile klar dafür sprechen, den Keimling im kleinen Topf vorzuziehen und ihn danach in einen größeren umzusetzen. Gerade Anfängern, denen beim Gießen noch das Feingefühl fehlt, hilft es enorm, wenn zu viel gegebenes Wasser auch wieder verdunsten kann. Im kleinen Topf überlebt die Pflanze ein einmaliges Übergießen, im großen kann es tatsächlich ihr Ende sein, besonders solange es noch kühl ist.

Wer sich das Umtopfen von einem kleinen in einen größeren Topf nicht zutraut, kann auch zu sogenannten Jiffys greifen. Dort wachsen die Wurzeln durch den Rand hindurch, und man muss die Pflanze gar nicht erst aus dem alten Topf holen.

In Jiffys steckt allerdings oft nur wenig an Nährstoffen, meist sind sie kokosbasiert, deshalb muss das Eintopfen in ein nährstoffreicheres Substrat dann recht zügig folgen, sonst geht der Pflanze bald die Energie aus.

Ich rate grundsätzlich niemandem davon ab, gleich im Endtopf zu keimen, weise aber auf die Risiken und Schwierigkeiten hin. Bei warmen Temperaturen und einem guten Gespür für die Wassermenge kann das genauso gut klappen. Für Anfänger halte ich es aber für ein unnötiges Risiko und empfehle deshalb den Weg über das Umtopfen oder eben Jiffys.


Anmelden und antwortenMitlesen geht auch ohne Konto.