Zum Inhalt springen

Direkt nach der Ernte decarboxylieren statt trocknen?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo,

ich nehme Cannabis aus medizinischen Gründen, geraucht habe ich es aber noch nie, weil ich Rauchen generell nicht mag. Bisher habe ich die getrockneten Blüten immer gekauft und dann 50 Minuten bei 105 Grad im Ofen decarboxyliert. Danach wiege ich mir mit einer Mikrowaage die Menge ab, die ich brauche, und nehme sie aufs Butterbrot, in den Salat oder in anderes Essen.

Jetzt habe ich zum ersten Mal angefangen, selbst anzubauen.

Deshalb frage ich mich: MUSS das Gras nach der Ernte erst zwei Wochen trocknen, oder könnte ich es theoretisch direkt nach dem Schnitt zum Decarboxylieren in den Ofen schieben? Geraucht wird es bei mir ja ohnehin nicht.

Und hält sich das decarboxylierte Gras dann im luftdichten Glas auch über mehrere Monate?

Falls nicht: Hat jemand eine andere Idee, wie ich schnell trocknen und decarboxylieren kann, ohne THC und Wirkung zu verlieren? Der normale Trocknungsprozess ist nämlich ziemlich aufwändig.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Feuchtes Gras zu decarboxylieren wird nichts, aber trocknen kannst Du es natürlich im Ofen bei etwa 50 °C. Das ist halt ziemliche Energieverschwendung. Vielleicht machst Du das nur mit einem Teil der Ernte und lässt den Rest an der Luft trocknen.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Egal, ich teste es einfach. Ich habe nämlich eine erntereife Pflanze und fahre gleichzeitig in Urlaub, da passt es gerade.

Der Ofen läuft schon auf 50 °C zum Trocknen, danach geht es direkt weiter mit dem Dekarboxylieren.

Aus den größeren Blättern habe ich mir schon einen leckeren Tee gemacht.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Zwei Stunden im Ofen auf mittlerer Schiene, Stufe 1 und gemessene 50 bis 70 °C, und der Hanf ist knacktrocken. Vom Gewicht der frischen Blüten ist nur noch ein Viertel übrig. Jetzt geht es gleich weiter mit dem Decarboxylieren, Stufe 3 beziehungsweise 105 °C für 50 Minuten.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

So, nach 50 Minuten bei 105 °C im Backofen ist die Decarboxylierung durch. Mitgemessen habe ich mit einem Backofenthermometer mit Sonde.

Beim ersten Mal lief es nicht ganz rund, weil der Ofen auf derselben Stufe immer weiter hochheizt. Bei meinem alten Gerät muss ich eigentlich dauernd daneben stehen und rauf- und runterregeln.

Aber ja, nach etwa drei Stunden ist die Sache erledigt. Nice.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Kannst du berichten, wie es geworden ist? Hast du das decarboxylierte Gras inzwischen gegessen? Mich würde interessieren, wie potent es ist. Oder ob durch die schnelle Trocknung THC verloren ging.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Ich habe genau eine Portion probiert, bevor ich in den Urlaub gefahren bin, und die hat angenehm gewirkt. Dabei war die Decarboxylierung sicher nicht optimal, weil sich der Ofen schlecht regeln ließ und zu heiß wurde. In der Mikrowelle soll es ebenfalls gehen, und die kriegt man bestimmt besser eingestellt, ich habe so etwas in meiner Küche aber nicht.

Beim Trocknen bei rund 50 °C im Ofen dürfte dagegen nicht viel verloren gegangen sein.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Äh, ihr stellt das nach der Ernte in den Ofen, damit es schneller trocken wird?

Der entscheidende Punkt, warum Gras nach der Ernte 10 bis 12 Tage im Dunkeln hängen sollte, ist doch die Dunkelheit und nicht das Trocknen. Trocken ist das Zeug in ein paar Tagen, klar. Aber es braucht diese 10 bis 12 Tage im Dunkeln, damit das Chlorophyll abgebaut wird.

Wenn man das weglässt, gibt es Kopfschmerzen …

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Ich habe eine Portion in der Sonne getrocknet und eine im Ofen. In beiden Fällen kein Ärger mit Chlorophyll, also kein grasiger Geruch oder Geschmack. Und in beiden Fällen, geraucht wie gegessen, keine Kopfschmerzen.

Für mich spricht fürs Trocknen im Ofen vor allem, dass die Nachbarn zeitlich nur kurz vom Geruch belästigt werden.

PS: Laut Google zerfällt Chlorophyll durch UV-Licht, also durch Sonnenlicht. Ich glaube, Du liegst da falsch. Die Reifung dagegen, also curing, das häufig fälschlich Fermentation genannt wird von Leuten, die noch nie etwas fermentiert haben, soll möglichst ohne Sauerstoff und Licht ablaufen, so habe ich es gelesen.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Äh, dann ist Google genauso auf dem Holzweg wie du, bei mir steht jedenfalls etwas anderes. Pflanzen betreiben mit Wasser, CO2 und Licht Photosynthese, produzieren damit unter anderem die Luft, die wir atmen. Chlorophyll entsteht bei der Photosynthese, und schon der Namensteil Photo- sagt einem, dass es dabei um einfallendes Licht geht.

pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexiko…

Und soweit ich weiß, kann zu viel Chlorophyll beim Rauchen Kopfschmerzen auslösen. Ich hatte auch schon mehrfach Kraut, von dem ich Kopfschmerzen bekam, und wenn ich die Leute dann gefragt habe, ob sie im Dunkeln getrocknet haben, stellte sich heraus: haben sie nicht.

Vielleicht ist das eine neue Methode und bei der Temperatur baut sich das schneller ab, oder du hattest einfach Glück.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Na ja, ich mache das schon länger so, und ich merke doch, ob das Zeug grasig riecht.

Wo steht das eigentlich mit dem Chlorophyll und dem Licht, bei Ed Rosenthal?

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Photosynthese und Chlorophyll hatten wir glaube ich schon in der Grundschule. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass wir Versuche gemacht und grüne Blätter ins Dunkle gelegt haben, bis sie ihr kräftiges Grün verloren hatten. Meine Mütter standen ein paar Tage nur unter einer normalen Lampe, weil die richtige Lampe nicht an der Decke halten wollte. Geschadet hat es ihnen offenbar nicht, sie wurden mit der Zeit nur blass, weil sie unter dem falschen Licht nicht genug Chlorophyll gebildet haben. Steht ebenfalls bei Pflanzenforschung oder hier

studysmarter.de/schule/biologie/zellbiologie/…

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Ja, grüne Pflanzen brauchen Chlorophyll für die Photosynthese, beim Rauchen kann es aber grasig schmecken und im Hals kratzen, und eine positive Wirkung hat es auch nicht, deshalb will man es möglichst rausbekommen. Allerdings kratzt Marihuana beim Rauchen sowieso schon im Hals, genau wie Tabak.

Auch deshalb entfernt man die großen Blätter und raucht sie nicht mit.

Ich will nur sagen: Ist zu viel Chlorophyll im Marihuana, kratzt es auffällig stark und schmeckt grasig, heuig, als würde man Rasenschnitt anzünden. Das merkt man. Und wenn nicht, dann eben nicht.

Pilze betreiben übrigens keine Photosynthese, haben deshalb kein Chlorophyll und sind deshalb auch nicht grün.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

OK, ich nehme zurück, dass man feucht nicht decarboxylieren kann. Es geht offenbar doch, und es gibt auch Anleitungen dazu. Wenn man es nach der Decarboxylierung direkt verbraucht oder zum Beispiel unter Butter oder Erdnussbutter mischt, oder es später eben doch noch trocknet, macht die Restfeuchte auch bei der Lagerung keine Probleme. Von diesem Ende her habe ich es im Nachhinein betrachtet.


Anmelden und antwortenMitlesen geht auch ohne Konto.