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Hängende Blätter in Kokos: Wasser oder Dünger?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo zusammen, ich stehe vor einem Problem und wäre über einen Rat froh. Meine 3 Cannabispflanzen lassen die Blätter hängen. Es ist mein erster Grow mit Cocos-Substrat. Die Pflanzen sind in der vegetativen Phase und ungetoppt inzwischen etwa 20 cm hoch. Ihre Blätter sind recht hell, farblich aus meiner Sicht aber noch in Ordnung. Gedüngt wird mit der Canna-Coco-Düngepalette, wobei ich leicht über dem empfohlenen EC-Wert liege. Gegossen wird mit destilliertem Wasser. Den Ultraschall-Luftbefeuchter im Setup habe ich vor kurzem mit Entkalker gereinigt. Reste davon sind bestimmt im Gerät geblieben und wurden vielleicht mitverdampft. Was könnte ich tun, um den Pflanzen wieder auf die Beine zu helfen? Und wie finde ich heraus, ob der etwas „zu hohe“ EC-Wert schuld ist oder der Entkalker im Luftbefeuchter? Ich bin da etwas am Verzweifeln. vielen Dank im Voraus

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

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An der Entkalkung liegt es meiner Meinung nach nicht. In Entkalkern stecken meist Säuren wie Essig- oder Zitronensäure. Minimale Rückstände sollten sich aber verdünnen, sobald frisches Wasser nachkommt, sodass sie für die Pflanzen nicht mehr schädlich sind. Regen kann je nach Luftverschmutzung einen pH-Wert von 4,5 bis 5,8 haben, und das halten Pflanzen in der Regel aus.

Dein kleiner Säurerest wird mit Leitungswasser oder destilliertem Wasser vermischt vermutlich nicht unter einem pH-Wert von 5 landen.

Helfen würde uns, wenn du Bilder hochlädst.

Hängende Blätter sprechen oft eher für zu viel oder zu wenig Gießwasser.

Verfärbungen können auf Nährstoffmangel wie auch auf Überdüngung hindeuten. Sind die Blätter gleichmäßig hell und eher im unteren Bereich, fehlt häufig Stickstoff. Werden alle Blätter bräunlich verfärbt, kann eine Überwässerung dahinterstecken. Adlerkrallen und verbrannte Blattspitzen deuten auf Überdüngung hin.

Mit Bildern kann ich sehr viel eingrenzen, sonst bleibt mir nur das Mutmaßen. Leider lässt deine Beschreibung viele Vermutungen zu.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Mein Tipp wäre zu wenig Wasser. Cocos-Substrat bindet kaum Wasser, anders als Erde, die man alle 3 Tage gießt und in der alles gut wächst. Ich wollte auch mit Cocos anfangen und hatte in einem Artikel gelesen, dass man damit öfter gießen muss. Ich würde auch nicht bei jedem Gießen mit Dünger arbeiten, besonders wenn dann so häufig gegossen werden muss. Bei Erde mache ich das selbst nicht. Ich gieße alle 3 Tage von unten mit Dünger, bis die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen, und nehme den Rest nach 30 Minuten aus dem Untersetzer. Beim nächsten Mal gieße ich von oben, nur mit pH-angepasstem Wasser, bis es in den Untersetzer läuft – eine kleine Spülung, damit sich nicht zu viel Dünger ansammelt. In der vegetativen Phase war sie 35 cm groß, vor 2,5 Wochen ging sie in die Blüte und steht jetzt bei 60 cm. Weil ich die Äste runtergebunden hatte, gingen sie mehr in die Breite, und die Lichtdurchflutung ist optimal. Erste Knospen sind schon zu sehen. Oben habe ich 9 robuste Stängel und weiter unten noch etwa 10. Bei diesem Wuchs fehlt mir die Phantasie, wie dick und harzig die Blüten sein werden, wenn die 8 bis 9 Wochen um sind! Verglichen mit meinem ersten Versuch, bei dem ich alles falsch gemacht hatte, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Lesen bildet, und Mitlesen hier bringt dicke Buds! Mein Kübel mit Cocos steht schon bereit, das soll noch bessere Ergebnisse bringen – nur eben das Gießen nicht vergessen und nicht immer mit Dünger! Würde ich einfach mal ausprobieren.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Wenn Kokos kaum Wasser bindet, warum nimmst du es dann? Welche Vorteile hat Kokos denn?

Bei Erde ist für mich die Fähigkeit, Wasser zu speichern und für die Pflanze verfügbar zu halten, ein wesentliches Kriterium (und der Grund, warum ich torfhaltige Erde der torffreien vorziehe).

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Kokos ist nicht so dicht wie Erde und lässt mehr Sauerstoff an die Wurzeln. Dadurch wächst das Wurzelwerk kräftiger. Und ich denke mal, je besser sich die Wurzeln entwickeln, desto mehr Nährstoffe können sie auch aufnehmen – ein gesunder, kräftiger Stamm, auf dem bis zur Ernte alles aufbaut. Aus demselben Grund nehme ich Cannabiserde, weil die so strukturiert ist, dass sie beim Gießen nicht so dicht wird wie normale Erde aus dem Baumarkt. Sonst muss ich sie mischen, damit sie locker bleibt!

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Ja, deshalb wird Kokos in hydrophonischen Systemen eingesetzt: Es gibt den Wurzeln Halt und lässt Wasser durch, und es ist anorganisch, verrottet also nicht. Du kannst es auch mit Erde mischen, um deren Struktur gegebenenfalls zu verbessern. Nur Kokos statt Erde würde ich nicht machen, weil es eben, wie gesagt, kein Wasserspeicher ist. Falls du auf einem anorganischen Substrat anbauen willst statt auf Erde, wären Blähtonkugeln eine Möglichkeit.

Angebaut habe ich selbst schon in Kokos, Blähton und Erde.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Für mich wäre es auch das erste Mal mit Cocos, das probiere ich mal aus. Gemischt habe ich es noch mit einem Granulat. Außerdem soll es keine Brutstätte für Fliegen sein. Hier steht auch noch ein unbenutztes DIW-System mit Blähton. Das kommt nach dem Cocos dran. Danach sehe ich dann, was am besten war: Erde, Cocos oder Hydro.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Kurze Frage zur Abkürzung: DIW = deep water hydropnics?

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Ist das Problem der schlechten Wasserspeicherung bei Blähton nicht sogar noch stärker ausgeprägt als bei Kokos?

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Beim porösen Ton ist die Idee doch, dass Wasser gespeichert wird, während Kokos nicht aufquillt und auch nichts speichert.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Kokos quillt aber schon auf, jedenfalls die Blöcke, die es so im Baumarkt gibt.

Ton macht das nicht, wobei seine poröse Oberfläche durch die Kapillarwirkung sicher Wasser speichert.


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