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LED nur 5 cm über der Pflanze — ist die Blüte hin?

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Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Der Einstieg über Stecklinge war bei mir überhaupt kein Problem. Nach zwei Wochen mit 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit habe ich auf 12/12 umgestellt und damit die Blüte eingeleitet.

Nach diesen 14 Tagen machte die Pflanze einen guten Eindruck, und auch nach dem Umstellen ist sie weiter gewachsen. Darüber hängt eine 100-W-LED mit Vollspektrum, bei so einer Lampe kann man ja eigentlich kaum etwas verkehrt machen. Dann hatte ich Besuch von einem Bekannten, der meinte, mit 20 cm Abstand hänge die LED viel zu hoch. Weil mir die Erfahrung fehlte, habe ich ihm das abgekauft und die Lampe nach seinen Vorstellungen auf 5 cm heruntergelassen. Jetzt bin ich in der siebten Blütewoche, die ganze Zeit mit diesen 5 cm, und es riecht kaum noch nach Cannabis. Blüten und Blätter fassen sich trocken an. Kann es sein, dass die Pflanze nach den Wochen mit dem geringen Abstand nur noch für die Mülltonne taugt, oder lässt sich außer der Blumenerde noch irgendwas retten?

[2 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Willkommen erst mal hier bei uns.

Mit 5 cm bist du bei einer 100-W-LED zu dicht dran. Oben an der Pflanze holst du dir damit ziemlich sicher Lichtstress und Verfärbungen, jedenfalls bei einem Lichtpanel mit kleiner Fläche. Auch die gleichmäßige Ausleuchtung leidet auf so kurzer Distanz. Der obere Teil schluckt einen Großteil des Lichts und beschattet damit alles, was darunter liegt. Für eine gleichmäßige Reife aller Blüten ist eine ungleichmäßige Beleuchtung genau das Gegenteil von dem, was du willst.

Bei einer schon großen Pflanze zählt außerdem die Tiefenwirkung, also wie viel Licht unten an den tieferen Trieben noch ankommt. Wenn es oben zwanzigmal so hell ist wie an den unteren Trieben, bringt dir das nichts.

Grundsätzlich gehört die Lampe bei einer großen Pflanze mit ausreichend Abstand darüber und läuft dann auf voller Leistung. Bei 100 W sind 30 bis 45 cm ein realistischer Wert.

Mit einer stärkeren Lampe würde man den Abstand sogar noch weiter aufziehen, weil die Helligkeit oben und unten dann besser zusammenpasst.

100 W ~ 30 bis 45 cm Abstand (Blütephase)

200 W ~ 35 bis 55 cm Abstand (Blütephase)

Je kräftiger die Lampe, desto weiter darf sie weg sein. Gleichzeitig wächst die Tiefenwirkung, und die Pflanze wird insgesamt gleichmäßiger ausgeleuchtet, der Helligkeitsunterschied zwischen oben und unten fällt also kleiner aus.

Auf dem letzten Foto wirkt die Pflanze überhaupt nicht wie ein Fall für den Müll. Ob sie oben Verbrennungen hat, kann ich nicht beurteilen, weil das Bild etwas überbelichtet ist. Im Ganzen sieht sie aber gut aus.

Die Blätter sind grün, und zumindest unten, wo ich etwas erkennen kann, sehe ich keine auffälligen Verfärbungen.

Wieso kommst du überhaupt darauf, dass der Grow "verloren" ist?

Häng die Lampe auf etwa 30 cm Abstand, dann passt das.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Von einer nur zweiwöchigen Wachstumsphase habe ich noch nie gehört. Die Bildbeschriftung sagt, dass die Pflanzen links zwei Wochen alt sind, und danach hast du sie direkt in die Blüte geschickt? Warum? Die fallen doch noch unter den Jugendschutz!

Und ja, 5 cm zur Lichtquelle sind viel zu wenig. Dazu kommt, dass die oberen Pflanzenteile zu viel Licht abbekommen und die unteren zu wenig (siehe de.wikipedia.org/wiki/Abstandsgesetz).

In Zahlen:

5 cm Abstand = volle Lichtmenge

10 cm Abstand = doppelter Abstand = 1/4 der Lichtmenge (25 %)

20 cm Abstand = vierfacher Abstand = 1/16 der Lichtmenge (12 %)

Und einmal umgekehrt gerechnet, diesmal von der Pflanzenspitze aus:

20 cm Abstand = volle Lichtmenge

25 cm Abstand = 64 % der Lichtmenge

30 cm Abstand = 44 % der Lichtmenge

Das hast du sieben Wochen so gefahren, die Pflanzen stehen trotzdem noch und sehen so aus wie auf dem rechten Bild? Sie sind ja sichtbar gewachsen, also waren sie nach dem Umstellen noch in der vegetativen Phase. Ansonsten machen sie einen ordentlichen Eindruck.

Dass jemand seine Ernte wegwirft, weil sie zu wenig riecht, ist mir ebenfalls noch nie untergekommen.

Sorry, an der Geschichte passt irgendwas nicht zusammen.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell
siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Abstandsgesetz

Bei Lampen aus mehreren Lichtquellen ist die Sache etwas verwickelter. Anders als eine NDL, die früher oft im Einsatz war und im Grunde nur ein Punktstrahler ist, haben LED-Growlampen meist mehrere LED-Leisten oder viele einzelne LEDs, verteilt über eine Fläche. Häufig liegt die irgendwo zwischen 50 x 50 cm und 120 x 120 cm. Damit greift die Formel nicht mehr so einfach. Dazu kommen noch die Reflexionen im Growzelt.

Ein Beispiel, ausgehend von voller Helligkeit bei 20 cm Abstand:

Punktlichtquelle

20 cm → 100 % 30 cm → 44 % 40 cm → 25 %

LED-Panel (50 x 50 cm) 20 cm → 100 % 30 cm → 64 % 40 cm → 43 %

LED-Panel (100 x 100 cm)

20 cm → 100 % 30 cm → 78 % 40 cm → 60 %

Mit Reflexionen kommt jeweils noch ein kleines bisschen dazu.

In Growhallen, wie sie professionelle Firmen für medizinisches Cannabis betreiben, hängen so viele Panels, dass die ganze Fläche gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Der Abstand spielt dort abgesehen von einem gewissen Mindestmaß kaum noch eine Rolle und ist häufig sehr groß, weil sich das Licht durch den breiten Abstrahlwinkel überall wieder gleichmäßig aufaddiert.

Ganz ohne Mindestabstand geht es aber nie. Direkt unter den LEDs, praktisch ohne Luft dazwischen, haben die Pflanzen nichts zu suchen. Bei sehr großflächigen Panels steigt die Tiefenwirkung, deshalb darf der Abstand insgesamt größer sein als bei einzelnen Punktlichtquellen.

Dass hier ein Panel im Spiel ist, dürfte auch der Grund sein, warum die Pflanze trotzdem noch relativ gut gewachsen ist. Bei einer Punktlichtquelle wären 5 cm fatal gewesen, weil der obere Teil die gesamte Energie wegnimmt. Bei flächigen LED-Panels strahlen dagegen immer noch LEDs daran vorbei.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Zur Frage von oben: Ich halte sie deshalb für hinüber, weil nach sieben Wochen Blüte überhaupt kein Geruch mehr von ihr ausgeht.

Am Anfang hat es noch deutlich nach Cannabis gerochen. Dazu kommt, dass sich an den Blüten seit einer Woche nichts mehr tut.

Nach allem, was ich weiß, sollten die doch immer praller werden.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Auch noch zu dem Zweifel von oben: Die Pflanze hat gut gerochen und angefangen, Blüten zu bilden, so weit man das auf dem Foto sieht. Erst nachdem das Licht so lange so dicht darüber hing, ist der Cannabisgeruch verschwunden, und die Blüten stehen seit sieben Tagen unverändert da, das Wachstum ist also stehen geblieben. Viele haben ja genau das umgekehrte Problem, dass die Pflanzen so stark riechen, dass sich die Nachbarn belästigt fühlen. Bei mir war das nur zu riechen, wenn ich die Box aufgemacht habe. Mir geht es darum, ein taugliches Mittel zu finden, mit dem die Blüte noch mal in Gang kommt. Sonst läuft die Luft bei mir über den Aktivkohlefilter und durch den Schlauch nach draußen.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell
Ich halte sie deshalb für hinüber, weil nach sieben Wochen Blüte überhaupt kein Geruch mehr von ihr ausgeht. Am Anfang hat es noch deutlich nach Cannabis gerochen. Dazu kommt, dass sich an den Blüten seit einer Woche nichts mehr tut.

"Kaputt" ist die Pflanze ganz sicher nicht. Wie stark man den Cannabisgeruch wahrnimmt, hängt auch stark davon ab, wie viele Terpene sich in der Luft verflüchtigen. Bei hohen Temperaturen riecht Cannabis zum Beispiel deutlich kräftiger als bei niedrigen.

Oft gewöhnt man sich mit der Zeit auch einfach an den Geruch, gerade wenn die Growbox in der Wohnung steht. Es wäre nichts Ungewöhnliches, wenn du ihn inzwischen als "normal" empfindest, weil du ständig damit zu tun hast.

Nach dem Trocknen und der Lagerung im Glas kann der Geruch außerdem deutlich kräftiger werden und sich verändern.

Dass sich an den Blüten kaum noch etwas tut, liegt daran, dass du schon in Woche 7 bist. Die Buds sind damit nicht mehr weit vom Erntezeitpunkt entfernt. Das Wachstum ist in dieser Phase vorbei. Die Blüten reifen zwar noch, schwellen zum Ende der Blüte aber nicht mehr groß an.

Für dich heißt das: die Pflanze noch ein bis zwei Wochen stehen lassen und schauen, wie weit die Trichome sind. Sind sie weitgehend milchig, kannst du ernten.

Wenn du noch Fragen zum idealen Erntezeitpunkt hast oder Tipps zum optimalen Trocknen brauchst, helfen wir dir dabei ebenfalls gerne.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Ja, vielen Dank für die Infos!

Gut, kaputt also nur in dem Sinn, dass die Buds recht klein und trocken sind. Wenn ich nach der Ernte nass trimme, müsste ja eigentlich Reinigungsmittel für die Schere daneben liegen. Bei mir wird da nichts kleben bleiben, weil sich vieles wie Stroh anfühlt. Vorgestern habe ich 2,5 Liter Wasser in den Topf gegeben, bis es unten in die Auffangschale gelaufen ist, und die war am nächsten Tag leer. Sie lebt also und säuft wie ein Loch. Aus einem Samenkorn ist seit 14 Tagen eine neue Pflanze am Start. Was auf den Fotos zu sehen ist, waren Stecklinge. In ein paar Tagen stelle ich mal eine Nahaufnahme von der oberen Blüte rein. Ich bin seit einem Jahr in Rente, und als Heimarbeit füllt mich das schon gut aus. Ein DWC-System steht hier auch schon, damit mache ich weiter, sobald diese Tulpen fertig sind.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Zwei Tipps habe ich noch für dich:

Du kannst ein paar der großen Blätter abnehmen, damit etwas mehr Licht auf die unteren Blüten fällt.

Nass zu trimmen ist zum Trocknen eher die suboptimale Variante. Das Cannabis trocknet dadurch sehr schnell. Das Chlorophyll, das beim Rauchen kratzt, wird so nicht richtig abgebaut. Zusätzlich verlierst du etwas THC und einen Teil der Terpene, also des Geruchs.

Für eine optimale Trocknung gibt es zwei Wege:

• die Pflanze komplett kopfüber aufhängen, die großen Blätter vorher entfernen

• große Pflanzenteile in Dry-Ferm-Bags trocknen, die Beutel geben kaum Geruch nach außen ab und funktionieren daher auch in der Wohnung

Bei beiden Varianten sollte die Temperatur wenn möglich zwischen 16 und 22 °C liegen, die Luftfeuchte bei rund 50 %.

Das Trocknen dauert dann etwa 9 bis 15 Tage, abhängig von Temperatur, Feuchtigkeit und Größe der Pflanzenteile.

Weil es langsam und schonend abläuft, hat das Chlorophyll Zeit sich abzubauen, und es verflüchtigen sich weniger THC und Terpene.

Getrimmt wird erst, wenn die Pflanze beziehungsweise die Pflanzenteile trocken sind. Das nennt man dann Dry-Trim.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Zurück zu der Frage von oben.

Ein frohes neues Jahr!!

Hier mal Fotos von den Blüten, die inzwischen seit zehn Tagen unverändert dastehen.

[2 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Mit nur 800 x 600 Pixeln ist die Auflösung der Bilder recht klein, um Details auszumachen.

Dem Erntezeitpunkt scheint sie aber schon nahe zu sein.

Ein bisschen eigenartig sehen die Blüten allerdings aus, ich hoffe, da ist kein Zwitter im Spiel. Beurteilen kann ich das nur mit besseren, scharfen Fotos.

Mach also ruhig noch ein paar Aufnahmen, und wenn es geht, gerne auch einzelne Blüten von möglichst nah.

Die Färbung einiger Blüten ist etwas ungewöhnlich, mir ist der Braunanteil zu hoch. Weil die Verfärbung auch weiter unten auftritt, ist eine Verbrennung oder Lichtstress eher unwahrscheinlich. Wodurch die Färbung kommt, kann ich bei der niedrigen Auflösung aber nicht eingrenzen. Normalerweise werden erst die größeren Blätter gelb und dann braun, bevor sich die kleineren Blätter in Budnähe verfärben. Die großen Blätter sind bei dir aber noch alle grün.

Falls sie gezwittert hat, könnten es Pollensäcke sein, die sich "eingekräuselt" haben und schon vertrocknet sind. Das ist bisher aber alles nur eine Vermutung, mit neuen, besseren Bildern kann ich es sicher näher einkreisen. Genauso möglich wären ein Nährstoffproblem, zu lange zu wenig Wasser oder eine viel zu geringe Luftfeuchtigkeit.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Jetzt habe ich mal Nahaufnahmen gemacht. Sieht für mich gruselig aus,

wenn ich diese Blüten so nah vor mir habe!

[3 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Das sieht tatsächlich sehr eigenartig aus, so etwas hatte ich bisher noch nicht vor mir. Die Blütenkelche wirken teilweise ungewöhnlich groß und trocken, die Blütefäden sind klar zu kurz und für meinen Blick auch etwas dick. Dass die Kelche so "offen" sind statt geschlossen, ist ebenfalls nicht der Normalfall.

Zwei Vermutungen habe ich:

• Die Blütefäden sind aus irgendeinem Grund größtenteils verbrannt und die Kelche ausgetrocknet. Das wundert mich sehr, weil die Blätter nicht extrem trocken oder verbrannt aussehen, sie sind ja überwiegend grün.

oder:

• Die Pflanze zwittert und du hast Samen im Gras.

Vielleicht kommt auch beides zusammen.

Pflück doch mal so einen rundlich aussehenden Blütenkelch ab, wie er oben links auf dem Bild zu sehen ist, und schau nach, ob ein Samen darin sitzt.

Wenn dort Samen drin sind, erklärt das, warum dein Cannabis kaum riecht. Dann hast du einen Zwitter, der sich selbst bestäubt hat, möglicherweise wegen Stress. Bei feminisierten Samen kommt das aber auch von sich aus mal vor, wenn auch eher selten. Eine bestäubte Pflanze steckt ihre Energie dann vor allem in die Samen und nicht mehr in Harz (THC) und Terpene. In dem Fall sind die Blüten nicht rauchbar, weil überall Samen stecken. Bei der geringen THC-Menge und dem Aufwand würde es sich auch kaum lohnen, alle Samen von Hand herauszusuchen. Zum Backen oder für eine Extraktion wäre es unter Umständen noch zu gebrauchen.

Bevor wir aber vom schlimmsten Fall ausgehen, solltest du erst noch prüfen, ob in den angeschwollenen Blütenkelchen wirklich Samen sind.

Interessant wäre außerdem die Sorte. Es gibt ja auch Hanf mit wenig THC und viel CBD oder generell eher THC-armen Hanf, etwa Ursprungssorten oder Ruderalis.

[Bild nicht übernommen]

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Genau das vermute ich auch. Durch den enormen Lichtstress hat die Pflanze auf Zwitter umgeschaltet. Ich hatte kürzlich gelesen, dass sie im Überlebenskampf anfangen, Samen zu bilden und sich selbst zu bestäuben. Wenn das so ist, dann ist die andere Pflanze auch dran, weil der Luftzug vom Ventilator die Pollen auf alles verteilt, was im Zelt steht.

Die Fotos waren von der Candy Store (Ethos Genetics). Die gilt als süße, harzreiche Sorte mit über 30 % THC, mit einem vielschichtigen Aroma aus kandierten Beeren, Sandelholz und Diesel. Wegen der dichten Blütenstruktur und der starken Trichombildung wird sie vor allem für Extraktionen und für erfahrenere Anbauer empfohlen.

Die zweite Pflanze in der Grow-Box ist eine Permanent Marker, von der habe ich noch keine Fotos gemacht. Das ist eine kräftige, indicadominierte Hybride von Seed Junky Genetics, etwa 70 % Indica und 30 % Sativa, mit einem THC-Gehalt von über 30 % und mehreren Auszeichnungen.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Schau jetzt auf jeden Fall noch nach, ob du in den großen, leicht aufgeplatzten Blütenkelchen Samen findest. Damit hätten wir den Fall dann gelöst.

Wenn es so ist, dann wird deine andere Pflanze, die "Permanent Marker", mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls ganz oder teilweise bestäubt sein, zumindest falls sie auch schon in der Blüte steht. Das wäre wirklich ärgerlich.

Pollen im Zelt sind für den nächsten Grow dagegen kein großes Problem. Bei Zimmertemperatur halten sie sich nur rund zwei bis drei Wochen. Nur unter dem Gefrierpunkt bleiben sie sehr lange haltbar. Kontakt mit Wasser macht Pollen ebenfalls unfruchtbar.

Wenn du das Zelt ordentlich auswischst und die nächsten drei Wochen keine Pflanze in der Blüte hast, bist du auf der sicheren Seite.

Beim nächsten Grow machst du es mit der Lampe besser, dann bekommst du bestimmt reichlich Harz und schöne Pflanzen. Die Wachstumsphase würde ich dann zumindest auf drei bis vier Wochen ausdehnen, bevor du auf 12/12 umstellst. Nur zwei Wochen Wachstum sind schon sehr knapp. Vielleicht auch toppen oder binden, damit die Pflanze effizienter beleuchtet wird und weniger Licht in der Tiefe gebraucht wird. Bei eher schwachen Lampen ist es sehr sinnvoll, wenn alle Buds ungefähr auf gleicher Höhe sitzen und es keinen Mainbud gibt, der deutlich höher steht als der Rest. Mit Binden, Toppen oder beidem kriegt man das gut hin. Dann kannst du die rund 30 cm Abstand bei 100 W in der Blüte gut halten, und die meisten Buds bekommen ihre ideale Lichtmenge.

Sieh den jetzigen Grow einfach als Lernphase.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Stimmt, ich habe sie viel zu früh in die Blüte geschickt. Eine Lernphase war das allemal, und die hatte ich auch dringend nötig.

Nochmals vielen Dank!

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Zurück zu der Vermutung von oben: Es sind wirklich Samen! Und zu allem Übel auch noch Blütenfäule.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Dann ist es wohl tatsächlich ein Fall für die Tonne. Ärgerlich, aber immerhin hast du auch einiges gelernt.

Gegen Fäule und Grauschimmel hilft in der späten Blüte eine niedrige Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 % zusammen mit einem Ventilator. Der sollte nur schwach laufen und schwenken, oder bei einem festen Ventilator für indirekten Luftstrom sorgen, also nicht mit voller Kraft direkt auf die Pflanzen, sonst gibt es Windbrand. Ein Hygrometer im Growzelt ist ebenfalls immer gut, um die Feuchtigkeit im Blick zu behalten.

Empfohlene Luftfeuchtigkeit in den einzelnen Phasen:

• Keimling 60 bis 75 %, manche empfehlen mehr, aber das Risiko von Stammfäule würde ich nicht eingehen wollen

• Wachstumsphase bis Blütebeginn 50 bis 70 %

• mittlere Blüte 45 bis 60 %

• späte Blüte 40 bis 50 %

Bis zum Beginn der Blüte kann man mit einem Luftbefeuchter beziehungsweise Sprüher arbeiten.

In der späten Blüte kann je nach Feuchtigkeit im Zimmer ein Entfeuchter im Zelt nötig werden, um auf die Werte zu kommen.

Mit Abluftfilter und normaler Raumfeuchte landet man im Growzelt oft aber durchaus bei rund 50 %. Das genügt, um die Blüte schimmelfrei durchzubringen, und ein Ventilator hilft noch etwas nach.

Das Hauptrisiko für Schimmel sind stehende Luft und eine Feuchtigkeit über 70 %.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Ja, beim ersten Mal tut das noch weh. Ich hatte mir so ein Komplettset über Kaufland gekauft, 200 Euro günstiger als bei der Konkurrenz. Da ist alles dabei: Abluft, Kohlefilter, Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser, Ventilator. Es fehlt mir nur an Erfahrung. Aber lernfähig bin ich, auch nach 48 Arbeitsjahren noch. Als Rentner hat man ja Zeit und kann sich in Ruhe weiterbilden. Nochmals vielen Dank für die Infos. Ich zahle Pauschalmiete, da gibt es zum Glück keine Stromrechnung, und der Schaden bei den Pflanzen hält sich absolut in Grenzen. Auf ein Neues, der Sämling steht im Startloch. Diesmal kommt nur eine Pflanze ins Zelt. 60 x 60 x 140 finde ich klein. Techniken gibt es ja viele, aber wenn das mit dem Herunterbinden der Äste und so weiter klappt, wird es darin schon sehr eng.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Wenn du magst, kannst du deinen neuen Grow hier gerne als Growreport in einem eigenen Thema zeigen.

Du machst dann eine kurze Einleitung zu deinem Grow mit Equipment, Sorte des Samens, Erde, verwendeten Düngern und Düngeplan, und stellst danach alle fünf bis sieben Tage Fotos vom Fortschritt rein.

So kann jeder hier im Forum deinen Grow mitverfolgen, die Pflanzen beurteilen und dir frühzeitig Hinweise geben.

Mit 60 x 60 x 140 (cm) hast du für eine Pflanze genug Platz, auch mit Herunterbinden. Über den richtigen Zeitpunkt zum Einleiten der Blüte kannst du die Pflanzengröße ziemlich passend auf dein Zelt abstimmen. Dann erreichst du unter Umständen sogar mit einer einzigen Pflanze die 50-g-Grenze.

Durch das Binden wird die Pflanze zwar buschiger und breiter, aber auch da nutzt du die 60 x 60 einfach so aus, wie es gut passt. Die Blüten wachsen ohnehin immer nach oben. Wenn du mit den Ästen also nah am Rand bist, bindest du von dem Moment an nicht weiter herunter, und die Äste wachsen ab da nach oben. Das Verbreitern lohnt sich bei schwachen bis mittleren LED-Lampen auf jeden Fall und sollte bei jedem Indoorgrow mit einer photoperiodischen Sorte gemacht werden.

Ideal wäre, die Seitentriebe ein bisschen auseinanderzuziehen und den Hauptstamm nach Nodie 2 bis 3 zu toppen.

Etwa so wie hier gezeigt, nur etwas milder, das ist die Extremvariante: growdiaries.com/journal/mainlining-cannabis-p…

Einmal Toppen und LST steckt jede Pflanze weg. Wer es mit dem Herumspielen und Schnippeln völlig übertreibt, kann sie aber stressen, und dann ist Zwittern möglich.

Die Vorteile von LST (Binden) und Toppen beim Indoorgrow mit einer photoperiodischen Sorte:

• der Platz wird effektiver genutzt, mehr Maximalertrag ist möglich

• viele große Blüten mit sehr gleichmäßiger Reife und hohem Wirkstoffgehalt

• dadurch weniger Trimmarbeit und fast keine Microbuds mit wenig THC

• die LED-Leistung wird effektiver genutzt, die Effizienz steigt, also mehr Gramm pro Watt LED

• die Pflanze ist insgesamt vitaler, weil es keine Stellen mit Lichtmangel gibt

Der etwas höhere Aufwand fürs Binden und Toppen zahlt sich später wieder aus, weil beim Trimmen am Ende deutlich Arbeit wegfällt.

Nachteile sehe ich keine, solange man es nicht übertreibt. Wer grobmotorisch unterwegs ist, reißt beim Binden vielleicht mal einen Ast ab, dafür muss man sich aber wirklich sehr ungeschickt anstellen. Bindet man früh, sind die Zweige noch sehr elastisch. Selbst ein umgeknickter Ast regeneriert vollständig und schadet der Pflanze nicht.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Den Zwitter habe ich aus der Box verbannt und alles gereinigt. Die Permanent Marker ist ganz normal nach Standard in der Box geblieben, Licht, Luftfeuchtigkeit und Wasser mit Dünger habe ich überall angepasst. Vor der Ernte habe ich die Erde im ganzen Topf dreimal gespült und nur noch mit Wasser gegossen. Weil ich Cannabis in gestopften Zigaretten rauche, mache ich mir um Kratzen im Hals oder um irgendwelche Schadstoffe jetzt keine großen Sorgen. Es turnt auf höchstem Niveau. Beschnitten habe ich trocken und die kleinen Zuckerblätter drangelassen. Die Gelato ist gekeimt, wächst und streckt sich Richtung Licht, das jetzt auch nie mehr so tief hängen wird, damit es die Pflanze schön warm bis heiß hat. Ich hatte mich schon in den 70ern gefragt, warum es im Joint manchmal so leise knallt. Samen im Cannabis waren da bestimmt die Ursache, oder?


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