Hallo, ich habe mich in letzter Zeit etwas in die Lichtmessung eingelesen. Mein Anbau findet draußen statt, wo das Messen von Licht naturgemäß nicht so wichtig ist, aber die tatsächlichen Werte wollte ich trotzdem mal kennen. Zum Beispiel: Ist es an einem sonnigen Tag auf der Terrasse wirklich heller als unter der kräftigsten LED in der growbox, oder bildet man sich das nur ein?
Beim Hanf ist es üblich geworden, im PAR-Bereich zwischen 400 und 700 nm die PPFD zu bestimmen, angegeben in umol/m2/s. Der Wert sagt, wie viele Photonen pro Sekunde auf einen Quadratmeter fallen. Eine PPFD von 100, wie an einem recht trüben Tag, entspricht 6 Trilliarden Photonen pro Sekunde und Quadratmeter. Bei 1500, wenn die Sonne mittags scheint und lacht, sind es 90 Trilliarden (pro Quadratmeter und Sekunde). Weil sich der Messwert auf die Lichtquanten bezieht, dürfen die Geräte sich "quantum sensor" nennen.
Die zweite Möglichkeit ist Lux. Hier wird auf die Helligkeit einer Kerze in einem Meter Entfernung über einen Quadratmeter Bezug genommen. Das erfasste Spektrum reicht von 400 bis 750 nm und ist damit dasselbe wie bei ePAR, vom blauen, violetten und lila Bereich ist also etwas mehr dabei als bei PAR. Die Zahlen sind dafür sperriger: von rund 10.000 bei trübem Wetter bis etwa 200.000 bei Sonnenschein. Womöglich wäre es einfacher, in Kilolux zu rechnen, dann hieße 0 dunkel, 10 trübe und 200 sehr hell.
Technisch liegen Luxmeter und PAR-Meter weitgehend beieinander, der große Unterschied ist der Preis: ein Luxgerät kostet weniger als 20 Euro, bei PAR sind 200 Euro schon ein Schnäppchen, und 800 Euro kommen auch oft genug vor.
Damit es nicht untergeht: Lux, PAR und ePAR erfassen fast das gleiche Spektrum, Lux und ePAR sogar genau dasselbe.
Vor allem gewichtet ein PPFD-Messgerät nichts. Wenn ich also eine teure gegen eine günstige LED antreten lassen will, um zu sehen, ob die Billigvariante zu viel grünes und zu wenig blaues und rotes Licht liefert, dann funktioniert das nicht. Ein PPFD-Meter verrät mir nur, welche der beiden in der Summe heller leuchtet. Für die Frage nach der besseren Verteilung im Spektrum bräuchte ich dagegen ein PAR-Spektrometer, und das liegt bei etwa 3000 Euro.
Im Moment arbeite ich mit den Android-Apps Photone und PPFD Meter, die die Messung über die Frontkamera nachbilden. Für Vergleiche mit derselben App auf demselben Smartphone halte ich das für ausreichend. Ein Lux-Handmessgerät wäre eine Alternative, aber das Smartphone besitze ich schon, es ist immer dabei und immer geladen.
Und sollte ich irgendwann eine industrielle Innenplantage betreiben, kommt ein PAR-Spektrometer ins Haus.
So, genug geschrieben, wie handhabt Ihr das?