Ob in den Blütenkelchen Samen sitzen, sehe ich auf den Fotos nicht. Die Kelche werden manchmal auch ohne Samen ziemlich dick.
Solange sie geschlossen sind, kann ich das jedenfalls nicht sicher beurteilen.
Wenn wirklich Samen in manchen Kelchen sind, dann hat die Pflanze entweder gezwittert, oder es ist Pollen von männlichen Pflanzen aus der Nachbarschaft zu dir herübergekommen.
Das Zwittern merkt man meistens früh genug, wenn man sieht, dass Pollensäcke entstehen. Wenn es nicht zu viele werden, kann man die noch rechtzeitig abnehmen. Sonst muss man entweder mit den Samen leben oder die zwittrige Pflanze rausnehmen, wenn man noch andere rein weibliche hat.
Dass eine Pflanze zwittert, kommt vor. Manchmal passiert das ohne besonderen Grund, weil man einfach Pech mit der Genetik hatte. Feminisierte Samen neigen generell eher dazu, weil sie selbst aus einem Zwitter hervorgegangen sind. Ansonsten kann zu viel Stress dahinterstecken. Und Stress ist praktisch alles, was die Pflanze "nervt": zu viel Dünger, zu wenig Dünger, Hitze, Kälte, zu viel oder zu wenig Licht, zu viel Schnitt, Trockenheit, zu viel Wasser.
Das Zwittern ist im Kern der Notausgang der Pflanze. Bei zu viel Stress geht sie davon aus, dass sie vorzeitig eingehen könnte und keine Bestäubung mehr abbekommt. Also legt sie selbst Pollensäcke an, bestäubt sich selbst und bringt noch rechtzeitig Samen heraus, bevor sie stirbt.
Die Natur ist eben auf Vermehrung und Überleben ausgelegt, und das kann Cannabis ziemlich gut.
Wächst eine Cannabispflanze ohne Stress auf, passiert das nicht, weil sie dann auf ihre Bestäubung wartet – und für den Genpool ist es natürlich besser, die Gene mit einem Männchen zu mischen.