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Cannabis-Mythen im Check: Was stimmt, was nicht?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Kaum ein Thema bringt so viele sich widersprechende Behauptungen mit sich wie Cannabis. „Kiffen macht dumm", „Cannabis ist ein Einstieg in härtere Drogen" und so weiter.

Doch was davon trifft wirklich zu? Und was ist bloß zäher Bullshit?

Räumen wir hier gemeinsam auf mit den bekanntesten und vielleicht auch den kuriosesten und absurdesten Mythen rund ums Kiffen!

Was ich von euch wissen möchte: • Welche Mythen über Cannabis sind euch bekannt? • Habt ihr selbst einmal etwas geglaubt, was sich später als Quatsch herausgestellt hat? • Kennt ihr Mythen, die am Ende sogar zutreffen, obwohl sie nach Klischee klingen?

Egal ob ernst, witzig oder absurd, alles darf rein!

Herauskommen soll eine neue „Mythenbox", die auf allen Seiten erscheint und in der verbreitete Mythen entweder widerlegt oder bestätigt werden.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Cannabis ist eine Einstiegsdroge?

Nein. Es gibt keine Belege dafür, dass jemand zu „härteren" Substanzen greift, nur weil er schon einmal Cannabis konsumiert hat. Eine Einstiegsdroge kann es auch schon deshalb nicht sein, weil die meisten vor ihrem ersten Cannabiskonsum längst Koffein, Alkohol oder Nikotin zu sich genommen haben. Der Einstieg in die Drogenszene kann dagegen über den Zugang zum Schwarzmarkt, über einen Dealer oder über den falschen Freundeskreis laufen.

Kiffen macht dumm?

Da kann ich leider nicht vollständig widersprechen. Wer bereits in jungen Jahren häufiger größere Mengen Cannabis konsumiert, bei dem ist eine Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit nicht auszuschließen. Gerade in jungem Alter, wenn das Gehirn noch nicht fertig entwickelt ist, kann das dauerhafte Folgen haben. Gelegentlicher Konsum bei Erwachsenen sollte dagegen keine merklichen dauerhaften Einbußen bei der geistigen Leistungsfähigkeit nach sich ziehen.

Cannabis verbieten oder legalisieren?

Hier bringt die Legalisierung eindeutig mehr Vorteile als Nachteile. Leider sieht man die Vorteile erst, wenn man sich ausführlich mit dem Thema befasst. Wer nicht tief drinsteckt, argumentiert klar für ein Verbot.

Man könnte ja meinen, was verboten ist, werde auch nicht konsumiert. Das ist leider ein Irrglaube. Das Angebot auf dem Schwarzmarkt ist viel zu groß, ein Verbot hat also, wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat, keine nennenswerte Wirkung auf die Konsummenge. Aus einem Verbot ergibt sich dafür eine Menge an Nachteilen.

Vorteile einer Legalisierung:

• Eigenanbau und damit saubere Blüten ohne Streckmittel und mit gleichbleibendem Wirkstoffgehalt

• Keine Unterstützung des Schwarzmarkts, im Gegenteil, er wird abgebaut

• Weil der Schwarzmarkt zerfällt, kommen weniger Minderjährige, etwa in Parks, mit Dealern in Berührung

• Grower und Konsumenten werden nicht länger kriminalisiert

• Die Hürde, offen über Cannabis und auch über Sucht zu sprechen, sinkt

• Weniger Arbeit für die Polizei und keine Gerichtsverfahren in dieser Sache

• Konsumenten kommen nicht mit anderen, härteren Substanzen in Kontakt, die Dealer ihnen sonst mit anbieten würden

• Bessere Versorgung von Cannabispatienten, weil Rezepte leichter ausgestellt werden können

• Eine mögliche Einnahmequelle für den Staat bei Verkaufsstellen, dazu keine Kosten für die Strafverfolgung

Kiffen ist gefährlicher als Alkohol?

Bei den körperlichen und gesellschaftlichen Schäden liegt Alkohol klar vorn. Alkohol ist ein Nervengift und schädigt Zellen im gesamten Körper. Auch der gesellschaftliche Schaden ist größer. Cannabiskonsumenten sind meistens ruhig und entspannt, während Alkohol die Hemmschwelle senkt und die Risikobereitschaft steigen lässt. Dazu kann unter Alkohol die Aggressivität zunehmen. Das führt zu mehr Gewalt, in der Öffentlichkeit genauso wie in der Familie.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Wirklich cooler Beitrag oben.

Da hätte mein Beitrag besser hineingepasst:

Youtube-Video von Maithink X über wissenschaftliche Fakten zu Cannabis

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Oben wurde ja bereits recht viel ausgeführt. Mir kommt noch das in den Sinn:

Mythos: Zu viel Cannabiskonsum kann tödlich sein.

Antwort: Eine LD50, also die Dosis, bei der die Hälfte der Personen stirbt, die sie zu sich genommen haben, ist nicht bekannt. An Ratten und Mäusen wurde es getestet:

• bei Mäusen intravenös 29 mg je Kilogramm Körpergewicht, oral dagegen 482 mg/kg

• bei Ratten liegt die orale LD50 bei 666 mg/kg, die intravenöse bei 29 mg/kg

Quelle: Wikipedia (de.m.wikipedia.org/wiki/Cannabis_als_Rauschmi…)

-> Es wären also enorme Mengen oral nötig, und intravenös spritzt sich niemand THC.

Konsumenten würden längst vorher einschlafen, ohnmächtig werden oder sich übergeben, bevor eine tödliche Dosis erreicht ist.

Registrierte Todesfälle allein durch THC im Blut gibt es ebenfalls nicht. Für indirekte Todesfälle gilt das natürlich nicht, etwa durch eine verminderte Reaktionsfähigkeit beim Autofahren. Und für synthetisches Cannabis gilt es auch nicht, aber das ist eben kein echtes THC.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Ich hätte da vielleicht eine passende Frage, nur die Antwort darauf kenne ich selbst nicht 😆

Ist das Rauchen von Cannabis gefährlicher als Zigarettenrauch?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell
Nach einem Joint kreisen meine Gedanken, und ich will sie gleich mitteilen. Am Tag darauf war es dann nicht mehr so wichtig.

Das ist eigentlich kein Mythos, sondern allgemein bekannt. 😀

- stärkere Selbstbeobachtung

- die Sinneswahrnehmung verändert sich, man bemerkt mehr Details

- der rote Faden geht schnell verloren, weil die Gedanken abschweifen

Das alles und noch viel mehr ist beim Konsum von Cannabis mehr oder weniger „normal" und gehört übrigens zu den Gründen, warum man damit kein Auto fahren sollte.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Dazu gibt es einige Studien, und die Frage oben lässt sich wohl mit Ja beantworten.

Der Spiegel hat 2008 in einem Artikel zum Beispiel die Ergebnisse einer neuseeländischen Studie dargestellt: spiegel.de/wissenschaft/mensch/krebsrisiko-ei…

Allerdings kommt es auch darauf an, wie konsumiert wird: mit einer Bong, über einen Joint oder nur durch Erhitzen im Vaporizer.

Am ungesündesten ist davon wohl die Bong, weil das Cannabis dabei meist gemeinsam mit Tabak und in größerem Volumen viel tiefer in die Lunge gelangt. Vapen gilt als die vermutlich gesündeste Variante, weil das Cannabis nicht direkt verbrannt, sondern nur erhitzt wird, auch ohne Tabak, und dadurch weniger krebserregende Verbrennungsstoffe eingeatmet werden.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Ein paar Antworten aus dem Video von Maithink X habe ich noch im Kopf:

- Die theoretisch tödliche Dosis THC läge für einen Menschen bei etwa 4 g reinem THC, was über den „normalen" Konsum nie zu erreichen ist.

- Macht Cannabis gleichgültig/faul/dumm/usw.?

Die Aussage stimmt so für sich nicht, aber Verhaltensweisen und körperliche Reaktionen können diesen Eindruck entstehen lassen.

--> Das hat folgenden Grund:

Der menschliche Körper besitzt ein „Endocannabinoid-System", und nur weil wir das haben, kann Cannabis überhaupt wirken. Der „Rauschzustand" ist damit nichts anderes als eine Vergiftung durch einen viel zu hohen Cannabinoid-Anteil im Körper.

Dieses System ist im Grunde eine Art „Supporter-Botenstoff-System"; es steuert eine Vielzahl von Funktionen beziehungsweise sorgt dafür, dass sie ausgelöst werden, daher zum Beispiel Müdigkeit, Hungergefühl und viele, viele andere Dinge.

- Ist das Rauchen von Cannabis gefährlicher als Zigarettenrauch?

Nein, ungefährlicher aber auch nicht.

- Kiffen verhindert Krebs / hilft gegen Krebs

Nein, so trifft das nicht zu. Im Gegenteil, Kiffen kann selbst Krebs auslösen.

Der Grund ist auf jeden Fall das Rauchen, selbst ohne Tabak; das ist einfach nur Gift, nichts anderes (ich rauche übrigens selbst).

Tatsächlich kennt man inzwischen mehr als 100 Cannabinoide, einige davon sind bereits erforscht beziehungsweise entschlüsselt. Wegen unseres körpereigenen Cannabinoid-Systems können einzelne Cannabinoide der Pflanze gegen bestimmte Dinge wirken; Cannabis bleibt aber eine „Dirty Drug", also eine „Medizin", die sich nicht gezielt für genau eine Sache einsetzen lässt, weil viele verschiedene Cannabinoide zusammenwirken und unterschiedliche Rezeptoren und damit Funktionen ansprechen. Mit mehr Forschung werden sich noch bessere und gezielter wirkende Medikamente herstellen lassen, wegen unserer Gesetze ist das momentan aber sehr stark eingeschränkt.

So, der Oberlehrer beendet die Stunde, ihr dürft jetzt in die Pause xP


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