Wenn in Sativa und Indica am Ende derselbe Wirkstoff steckt (THC, beziehungsweise THC und CBD), warum merkt man dann überhaupt einen Unterschied in der Wirkung?
Auf Eure Einschätzungen bin ich neugierig!
Wenn in Sativa und Indica am Ende derselbe Wirkstoff steckt (THC, beziehungsweise THC und CBD), warum merkt man dann überhaupt einen Unterschied in der Wirkung?
Auf Eure Einschätzungen bin ich neugierig!
Beim Nachlesen bin ich unter anderem auf diese Seite gestoßen:
Am geläufigsten sind natürlich THC, CBN und CBD.
In der Pflanze stecken aber über 100 weitere Cannabinoide, dazu Terpene in ganz verschiedenen Konzentrationen, die ebenfalls etwas bewirken. Wie hoch die einzelnen Anteile sind, hängt von der Sorte ab, und erst das Zusammenspiel ergibt am Schluss Geruch und Wirkung.
In Sativas dominieren üblicherweise Limonen-Terpene. Die gehen geruchlich in Richtung Frucht und Zitrus.
In Indicas dominieren üblicherweise Myrcen-Terpene. Die riechen erdig, moschusartig, chemisch, ein bisschen wie Diesel.
Bei den Landrassen, also den echten reinen Indicas und Sativas, merkt man den Unterschied in der Wirkung wirklich deutlich, und die Indicas bringen dort auch klar mehr CBD mit.
Die moderne Zucht hat sich bei allem, was keine ausgewiesene CBD-Sorte ist, vor allem darauf konzentriert, THC nach oben und CBD nach unten zu bringen. Deshalb liegen heute fast alle Sorten über 18 % THC und unter 1 % CBD.
Man muss leider sagen, dass die modernen Sorten nur noch wild zusammengewürfelte Kreuzungen aus Hybriden sind, also aus Sativa und Indica. Oft nimmt man dafür sogar Hybriden, die selbst schon aus solchen Kreuzungen stammen. Man kreuzt also munter Indica/Sativa-Hybride mit anderen Indica/Sativa-Hybriden.
Der angegebene Anteil wird dann meist nur über den Stammbaum grob hochgerechnet oder im Labor über das Terpenprofil bestimmt. Ob das hinterher wirklich stimmt, ist die andere Frage.
Bei den modernen Sorten, bei denen mehrfach gekreuzte Linien nochmal gekreuzt wurden, würde ich mich auf diese Angabe jedenfalls nicht verlassen.
1. Der Entourage-Effekt (das Schlüsselkonzept): In Cannabis stecken über 500 Verbindungen, davon über 100 Cannabinoide (THC, CBD, CBG, THCV und so weiter) und über 200 Terpene.
Die arbeiten synergistisch zusammen: Terpene verändern, wie THC und CBD am Endocannabinoid-System ansetzen, und greifen in Aufnahme, Rezeptorbindung und Neurotransmitter ein.
2. Terpene als Wirkungs-Modulatoren: Myrcen (oft in Indica): → macht sediert und löst die Muskeln, Stichwort Couch-Lock → macht die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger und verstärkt damit die THC-Wirkung.
Limonene (typisch für Sativa): → hebt die Stimmung, nimmt Stress und trägt eher fokussierte Aktivität.
Pinene: → hilft gegen die Vergesslichkeit durch THC, weitet die Bronchien.
Caryophyllene: → setzt an den CB2-Rezeptoren an und wirkt damit entzündungshemmend und beruhigend.
3. Was sonst noch mitspielt: Weitere Cannabinoide: THCV (zügelt den Appetit, macht energiegeladen) oder CBN (sediert) liegen in unterschiedlichen Anteilen vor.
Die Genetik: Sativa- und Indica-Gene wirken sich auf Rezeptordichte und Stoffwechselwege aus.
Anbau und Umgebung: Licht, Boden und der Zeitpunkt der Ernte verschieben das chemische Profil.
4. Warum die Einteilung häufig in die Irre führt: Über 90 % dessen, was auf dem Markt ist, sind moderne Hybriden. Wirklich reine Sativas oder Indicas findet man kaum mehr.
Das Terpenprofil sagt mehr als die Genetik: Eine "Indica"-Hybride mit Limonen und Linalool kann durchaus belebend sein.
Und die Studien: In placebokontrollierten Untersuchungen konnten die Teilnehmer die Wirkung von Sativa und Indica nicht verlässlich auseinanderhalten.
Was das praktisch bedeutet: Sativa: traditionell als "energetisierend, kreativ" beschrieben, aus heutiger Sicht oft einfach hohe Limonen- und Pinene-Anteile. Indica: traditionell als "beruhigend, einschläfernd" beschrieben, aus heutiger Sicht vor allem eine Dominanz von Myrcen und Linalool. Ausschlaggebend: früher hat man auf die genetische Abstammung geschaut, heute auf den Chemotyp, also Terpene plus Cannabinoide.
Fazit: Was am Ende passiert, bestimmt nicht die Einordnung als Sativa oder Indica, sondern der chemische Fingerabdruck der einzelnen Pflanze. Die Terpene sind dabei so etwas wie die Dirigenten im Orchester und geben vor, wohin THC und CBD laufen. Wer heute konsumiert, sollte daher lieber in die Laboranalyse des Terpenprofils schauen als auf Sortennamen oder das Etikett Sativa/Indica.
Quellen: Russo (2011) im British Journal of Pharmacology zum Entourage-Effekt, UCL Cannabis Studien (2021), IACM Terpen-Datenbank.
Man muss leider sagen, dass die modernen Sorten nur noch wild zusammengewürfelte Kreuzungen aus Hybriden sind, also aus Sativa und Indica. Oft nimmt man dafür sogar Hybriden, die selbst schon aus solchen Kreuzungen stammen. Man kreuzt also munter Indica/Sativa-Hybride mit anderen Indica/Sativa-Hybriden.
Genau so eine habe ich hier: indica-dominant, als Auto, mit neun Fächerblättern.
Ein starkes Thema, und kein einfaches.
Es laufen hier ja Growreports, die noch nicht abgeschlossen sind,
und da kam mir der Gedanke, aus dem, was dabei zusammenkommt, einmal abzugleichen: Was wurde für den Samen versprochen, und was ist am Ende daraus geworden?
Das gehört eigentlich genau hierher, weil es ja um die versprochene und die erwartete Wirkung geht.
Oder wäre ein eigener Thread besser?
Bei den Terpenen liegt der Schlüssel, das ist oben schon sehr gut hergeleitet worden.
Dazu noch ein Video, das für alle, die nicht aus der Biochemie kommen, gut verdaulich sein dürfte
Das Video ist wirklich gut und hat mich in meiner Entscheidung bestätigt.
Bevor ich den ersten Samen gekauft habe, habe ich gelesen und gelesen.
Für das, was ich gesundheitlich brauche, bin ich damals bei INDIKA herausgekommen, und gekauft habe ich dann indica-dominant.
Im Video hat das alles gepasst. Ich habe mich also richtig entschieden.
Man muss leider sagen, dass die modernen Sorten nur noch wild zusammengewürfelte Kreuzungen aus Hybriden sind, also aus Sativa und Indica. Oft nimmt man dafür sogar Hybriden, die selbst schon aus solchen Kreuzungen stammen. Man kreuzt also munter Indica/Sativa-Hybride mit anderen Indica/Sativa-Hybriden.
Dann stellt sich natürlich die naheliegende, streng genommen aber themenfremde Frage, welche Sorte denn die reinste Indica und welche die reinste Sativa ist oder war.
Sozusagen die Ur-Indica und die Ur-Sativa.
Wobei die Sorte ja nach meinem Verständnis noch gar nichts darüber aussagt, ob das Zeug am Ende wirkt. Das sind doch bloß die Phänotypen, oder sehe ich das falsch?
Ich habe hier mal ein paar Sorten zusammengestellt. An die Landrassen selbst kommt man allerdings nur schwer heran.
Deshalb hänge ich noch Listen mit Züchtern an, bei denen man wenigstens Samen bekommt, die den Namen Indica oder Sativa auch "verdienen".
Reine Sativa-Landrassen (Name / Herkunftsregion)
• Thai – Thailand • Malawi Gold – Malawi (Südostafrika) • Durban Poison – Südafrika (Durban) • Panama Red – Panama • Colombian Gold – Kolumbien (Santa Marta) • Acapulco Gold – Mexiko (Acapulco) • Oaxacan Highland – Mexiko (Oaxaca) • Lamb's Bread – Jamaika • Nepalese Sativa – Nepal (Himalaya) • Cambodian – Kambodscha • Laotian – Laos • Indian Kerala – Südindien (Kerala-Region) • Vietnamese – Vietnam
Reine Indica-Landrassen (Name / Herkunftsregion)
• Afghani – Afghanistan • Hindu Kush – Hindu Kush Gebirge (Afghanistan/Pakistan) • Mazar-i-Sharif – Nordafghanistan (Mazar Region) • Pakistan Chitral Kush – Pakistan (Chitral Region) • Lebanese Red/Gold – Libanon • Mag Landrace – Iran • Kandahar – Afghanistan (Kandahar Region) • Tashkurgan – China (nahe der Grenze zu Afghanistan)
Sativa-Sorten bekannter Züchter, also wirklich käuflich (Sorte / Züchter / Sativa-Anteil / Genetik bzw. Herkunft)
• Oldtimer's Haze – ACE Seeds – ~100 % – reine Haze-Selektion aus den 60ern und 70ern (Thai, Colombian, Mexican usw.) • Pure Haze – Flying Dutchmen / Seedsman – ~100 % – klassische Landrassen-Haze (Thai x Colombian x Mexican) • Double Thai – ACE Seeds – ~100 % – zwei reine Thai-Landrassen gekreuzt • Golden Tiger – ACE Seeds – ~100 % – Malawi x Thai • Malawi – ACE Seeds / Real Seed Co. – ~100 % – reine afrikanische Sativa-Landrasse • Panama – ACE Seeds – ~95–100 % – Panama Red x Panama 74 x Colombian Gold (Sativa-Selektion) • Destroyer – Cannabiogen – ~100 % – Meo Thai x Thai (stabilisiert) • Colombian Gold – World of Seeds – ~90–95 % – Santa Marta Landrasse x stabilisierter Sativa-Elternteil • Durban – Sensi Seeds – ~90–95 % – selektierte Durban-Poison-Linie • Durban Poison – Dutch Passion – ~95–100 % – südafrikanische Landrasse, leicht an Indoor angepasst • Thai Chi – ACE Seeds – ~90–95 % – Thai Landrasse x C5 Haze (sativadominant) • Orient Express – ACE Seeds – ~90–95 % – Vietnam Black x China Yunnan (etwas Indica drin, trotzdem sativadominiert) • Zamal – Underground Seed Co / ACE – ~100 % – reine Zamal-Landrasse von La Réunion • Nepal Jam – ACE Seeds – ~90 % – Nepalese Highland x Jamaican '85 • Purple Haze x Malawi – ACE Seeds – ~100 % – Oldtimer's Purple Haze x Malawi • Purple Haze – ACE Seeds – ~100 % – alte Haze-Selektion mit lila Phänotyp • Tikal – ACE Seeds – ~90 % – Guatemala Sativa x Kush Hybrid (sehr sativadominant) • Highland Thai – The Real Seed Company – 100 % – reine Thai-Landrasse aus dem Hochland • Laotian – The Real Seed Company – 100 % – reine laotische Landrasse • Meo Thai – Cannabiogen – ~100 % – reine vietnamesisch-thailändische Linie • Guawi – ACE Seeds – ~90–95 % – Malawi x Tikal • Vietnam Black – ACE Seeds – ~95–100 % – Selektion einer vietnamesischen Landrasse • Purple Honduras Haze – ACE Seeds – ~95–100 % – Honduras Sativa x Purple Haze x Malawi
Indica-Sorten bekannter Züchter, also wirklich käuflich (Sorte / Züchter / Indica-Anteil / Genetik bzw. Herkunft)
• Deep Chunk – Tom Hill – 100 % – reine Afghanica-Selektion • Pakistan Chitral Kush (PCK) – ACE Seeds – 100 % – reine Landrasse aus Chitral (Pakistan), farbintensiv und harzreich • Mazar I Sharif – The Real Seed Company – 100 % – afghanische Landrasse aus der Mazar-Region • Mag Landrace – Iranshahr Collective / andere – 100 % – reine iranische Indica-Landrasse • Northern Lights #1/#2/#5 – Sensi Seeds / andere – ~90–95 % – Afghani x Thai (alte Linien, meist sehr indikadominiert) • Hash Plant – Sensi Seeds – ~90–95 % – reines Afghani-Derivat, gedacht für Hash aus dem Indoor • Hindu Kush – Sensi Seeds – ~95–100 % – aus einer stabilisierten Kush-Landrasse (Afghanistan/Pakistan) • Mazar – Dutch Passion – ~95 % – Afghani x Skunk #1 (stabilisierte Indica-Dominanz) • Black Domina – Sensi Seeds – ~95 % – Afghani x Ortega x NL x Hash Plant • G13 – Mr. Nice / Barney's Farm – ~90–95 % – angeblich eine reine Indica aus einem US-Regierungsprojekt, von Breedern stabilisiert • Ortega Indica – Mr. Nice Seeds – ~90–95 % – Selektion aus dem NL- und Afghanica-Genpool • Blueberry (original) – DJ Short – ~80–90 % – Afghani x Thai x Purple Thai, trotzdem stark indikadominiert • Afghani #1 – Sensi Seeds – ~95–100 % – reine Afghani-Linie für die Hash-Produktion • X18 Pure Pakistani – Tom Hill – ~100 % – reine pakistanische Linie • Bubba Kush (Pre-98) – CSI Humboldt / andere – ~90–95 % – OG Kush x Northern Lights x Afghani (Urtyp, stark indikadominiert) • Maple Leaf Indica – Sensi Seeds – ~95–100 % – Afghani-Selektion, ursprünglich aus der Mazar-Linie • L.A. Confidential – DNA Genetics – ~90–95 % – OG L.A. Affie x Afghani • MK Ultra – TH Seeds – ~90–95 % – G13 x OG Kush • God Bud – BC Bud Depot – ~90–95 % – Hawaiian x Purple Skunk x God (sehr kompakt und harzig) • Romulan – Next Generation / Federation Seeds – ~90–95 % – kalifornische Indica, Ursprung teils unklar, sehr körperlastig • Violator Kush – Barney's Farm – ~90–95 % – Hindu Kush x Malana (indicadominant, stark harzig) • Yumboldt – Sagarmatha Seeds – ~90–95 % – Linie aus Humboldt County, Afghani-Ursprung wird vermutet • Sensi Star – Paradise Seeds – ~90–95 % – starke Indica-Hybride unbekannter Herkunft, sehr stabil und kräftig • Pre-2000 Kush – Underground Seed Collective – ~95–100 % – reine Kush-Linie, selektiert noch vor den modernen Hybridwellen
Das ist eine beeindruckende Aufstellung, danke dafür.
Zu den Terpenen möchte ich aber etwas anmerken: Für das Aroma sind sie ganz sicher zuständig. Nur enthält auch THC-freier Saathanf Terpene, riecht mitunter richtig gut und kickt eben überhaupt nicht. Deshalb habe ich meine Zweifel, dass von Terpenen eine spürbare psychotrope Wirkung ausgeht.
Meine eigene Vermutung zu dem Unterschied zwischen Sativa und Indica wäre eher, dass es an unterschiedlichen Verhältnissen von THC zu CBD hängt, und dass bei Indica das THC gegenüber dem CBD die Oberhand hat.