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Wetterzeichen lesen: worauf Outdoor-Anbauer achten

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Über Jahrhunderte hat die Seefahrt eine Menge weitergegeben – nicht über Wolkennamen, sondern über Erfahrung.

Am wichtigsten war für mich immer:

Kommt erst der Wind und dann der Regen, dann kannst Dich schlafen legen. Typisch für ein Gewitter: Es beginnt zu wehen, die Richtung dreht, dann knallt es und es schüttet heftig. Danach ist die Sache durch.

Kommt erst der Regen, dann der Wind, dann Seeman stehe auf geschwind. Typisch für ein dickes Tief, bei dem es erst mal nicht besser wird. Auf Fehmarn steht das Niobe-Denkmal – alle ertrunken, weil der Kapitän bei Flaute und einsetzendem Regen die Segel setzte und bei der ersten Böe die Ladung verrutschte. Mann und Maus tot.

Und außerdem:

Ein gerader Wolkenstrich, unter dem hier und da weiße Wolken durchziehen:

In 10 bis 15 Minuten hast du Sturm. Und mit Sturm meine ich 10 bis 12 Bft.

(up.picr.de/49758748yt.jpg)

Genau so.

Die Segelyachten haben sich bei der ersten Böe um 45° auf die Seite gelegt. Zehn Minuten später war alles wieder in Ordnung.

Das habe ich alles mehrfach erlebt und als zutreffend erlebt.

Ich stelle es hier rein, damit die „Terrassen- und Balkonanbauer“ rechtzeitig reagieren können.

[Bild nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Auf deinem Bild ist eine schöne Shelf Cloud zu erkennen, wie sie für Gewitter mit kräftigen Böenfronten typisch ist.

Kommt erst der Wind und dann der Regen, dann kannst Dich schlafen legen. Typisch für ein Gewitter: Es beginnt zu wehen, die Richtung dreht, dann knallt es und es schüttet heftig. Danach ist die Sache durch.

Das passt ebenfalls zum Gewitter: Der Inflow saugt die Energie aus dem Umland ins Gewitter hinein, und das geht oft mit starkem Wind einher.

Abgesehen davon muss man sich heute glücklicherweise nicht mehr so stark auf Bauern- und Seemannsregeln stützen, weil die Vorhersage jedenfalls für die nächsten drei Tage recht verlässlich ist. Und kurzfristig hilft das Wetterradar. Wächst eine Pflanze draußen, kann man sowieso kaum etwas machen – ausgraben lässt sie sich ja schlecht auf die Schnelle 😁

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell
Abgesehen davon muss man sich heute glücklicherweise nicht mehr so stark auf Bauern- und Seemannsregeln stützen, weil die Vorhersage jedenfalls für die nächsten drei Tage recht verlässlich ist. Und kurzfristig hilft das Wetterradar. Wächst eine Pflanze draußen, kann man sowieso kaum etwas machen – ausgraben lässt sie sich ja schlecht auf die Schnelle 😁

Genau: nicht mehr so stark stützen.

Sieh dir mal die Vorhersagen von drei verschiedenen Wetterdiensten an, dann merkst du, dass die nicht zwingend übereinstimmen. Auf meinem Bild ist der Himmel blau, es war windstill und sonnig. Die Wolke war durch das Gegenlicht erst spät zu erkennen, und danach blieben zehn Minuten bis zur ersten Böe mit über 12 Bft und fliegendem Wasser.

Hier an der Küste bleibt einem nach wie vor nur, sich auf sich selbst zu verlassen.

Bei Pflanzen im Erdreich geht natürlich nichts. Töpfe kann man aber notfalls umstellen.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Heute ist „Siebenschläfer“.

Nach der Bauernregel wird der Sommer so wie das Wetter heute, also sonnig und ohne viel Regen.

Nach der Wetterwissenschaft entscheidet sich um dieses Datum unter anderem, wie sich der Jetstream einstellt.

Momentan sieht es nach einem schönen Sommer aus, und laut Wetterbericht wird es ab Montag deutlich wärmer. 😀 😀

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Ist das Klima an der See eigentlich stark anders?

Ich weiß, dass Wolken und Wetterwechsel bei uns aus dem Westen kommen, eher aus Nordwesten.

Im Nordwesten liegt bei mir ein bergiger Hügel – als Berg würde ich das nicht bezeichnen.

Ziehen die Wolken rechts daran vorbei, geht der Regen meist an mir vorbei.

Sind sie links davon, treffen sie eher mich. Kann sein, dass ich mich täusche, aber hat das etwas mit den Passaten zu tun, oder sind es vielleicht sogar direkt die?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Es klingt merkwürdig, aber:

Zwischen Fehmarn und dem Festland liegt Wasser. In Heiligenhafen auf dem Festland Nebel mit 50 m Sicht – und direkt hinter der Brücke strahlender Sonnenschein.

Der NOK trennt das Land und damit auch das Wetter.

Gewitter kommen sehr oft nicht bis aufs Meer, und hier, unmittelbar an der Wassergrenze, drehen viele von ihnen ab.

Deshalb mein Tipp, da mal genauer hinzuschauen.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Danke, jetzt kann ich Flüsse in meine Wetterkunde einbauen und sehe, dass östlich von mir ein Fluss liegt, der womöglich stärker beeinflusst, wohin Wind und Wetter ziehen

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell
Danke, jetzt kann ich Flüsse in meine Wetterkunde einbauen und sehe, dass östlich von mir ein Fluss liegt, der womöglich stärker beeinflusst, wohin Wind und Wetter ziehen

Ein Einfluss von Flüssen auf das Wetter ist nicht nachweisbar, das gehört eher in die Kategorie „Urban Legend“. Wenn Leute den Eindruck haben, ein Fluss wirke als Wetterscheide, ist das meist Zufall oder es stecken komplexere Vorgänge in der Umgebung dahinter, etwa ein Abfall oder Anstieg des Geländes und die dadurch ausgelöste Hebung oder Senkung.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Aus eigener Erfahrung sehe ich das anders, zum Beispiel:

Fehmarn bringt es auf rund 2.200 Sonnenstunden im Jahr und ist damit die sonnenreichste Gegend Deutschlands. Dieses maritime, fast mediterrane Flair, dazu ein Schuss dänischer Architektur und Lebensart, findet man sonst nirgends so gebündelt.

Und dazwischen liegt eben Wasser zwischen Insel und Festland.

Dazu zwei Städte, jeweils rund 35 km vom NOK entfernt. Westlich davon 856 mm, östlich davon 798 mm Niederschlag im Jahresmittel.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell
sondern eher das maritime Klima

Nun ja, ich lebe im maritimen Klima, genau daher kommen meine Erfahrungen.

Aber woher kommen dann auf großen Seen oft innerhalb von Minuten heftige Sturmwarnungen bei blauem Himmel?

Ich kenne das vom Starnberger See und vom Wannsee, weil ich auf beiden Regatten gesegelt bin.

Gewitter und Tornados sind eine andere Sache.

Meinen ersten Tornado auf der Ostsee habe ich übrigens live erlebt: am Tag der letzten totalen Sonnenfinsternis östlich von Bornholm 😉

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/10/16.html

Super

Ich hätte einfach weiter beobachtet und wäre damit wohl nicht so schnell weitergekommen. Das hilft enorm.

Der DWD schreibt dort auch vom Lake Effect, der im Herbst und Winter vorkommt. Sehr kalte Luft wird dann durch

Kaltluftgewitter entstehen, wenn sehr kalte Luft in großen Höhen (etwa 5 km oder höher) über vergleichsweise warmes Land oder auch über größere Seen oder das Meer ziehen. Dabei entstehen häufig kleinräumige (Graupel-)Schauer und kurze Gewitter. Wenn im Herbst und Winter in größeren Seen (Bsp.: Bodensee) oder Meeresbuchten (Bsp.: Elbmündung) noch verhältnismäßig warme Wassertemperaturen vorherrschen, kann es zum sogenannten "Lake-Effekt" kommen. Dabei wird die Luft durch ihren Weg über das warme Wasser zusätzlich erwärmt und angefeuchtet, wodurch sie mehr Auftrieb erfährt.

Das könnte vielleicht zu den Beobachtungen oben von der Küste passen

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hier und jetzt:

Die Außentemperatur ist von 26° auf 20° gefallen. Blitze über 180° von Ost über Süd bis West. Etwas Wind, vorher aus Ost, inzwischen aus West.

Hier wird es nicht ankommen, davor liegt das Meer und das Gewitter dreht ab. Und das ist nur die Ostsee.

Meine Pflanzen sind gerade etwas entlaubt, die stecken die Böen weg.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Eine Stunde Feuerwerk, ein wenig Regen, ein wenig Wind.

Das Gewitter ist wie gewohnt abgedreht.


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