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Cannabis bei Angststörung: Erfahrungen und Einschätzungen

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo zusammen,

ich habe bisher nie Cannabis oder Ähnliches probiert. Nach fast 20 Jahren Therapie und Medikamenten bin ich inzwischen aber bereit, es zu versuchen.

Habt ihr damit Erfahrung? Wären Edibles etwas für mich? Und gibt es eine möglichst legale Empfehlung? Ich bin ziemlich am Ende mit meiner Geduld.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Ob THC-haltiges Cannabis bei einer Angststörung das Richtige ist, kann ich nicht beurteilen. Man muss wissen: Höher dosiertes THC kann bei manchen Menschen Angst sogar auslösen.

Wenn du es ausprobieren willst, würde ich mit CBD-Cannabis anfangen. CBD steckt auch in normalem Cannabis, dort aber nur in geringer Menge. Es beruhigt, entspannt und wirkt gegen Angst. Bei CBD-Hanf ist der THC-Anteil weggezüchtet und der CBD-Anteil hochgezüchtet.

Bei normalem, also nicht auf CBD gezüchtetem Cannabis wäre ich an deiner Stelle sehr vorsichtig.

Daneben gibt es pflanzliche Mittel wie Johanniskraut. Das muss man einige Wochen dauerhaft nehmen, bis es wirkt, soll laut Studien bei Angst aber ordentlich helfen. Aufpassen: Johanniskraut ist ein MAO-Hemmer und darf nicht mit SSRI-Antidepressiva kombiniert werden, sonst droht ein Serotonin-Syndrom.

Ganz grundsätzlich: Sprich vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor du an deinem Medikamentenplan etwas änderst. SSRI plötzlich abzusetzen kann heftige Nebenwirkungen haben.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Für jemanden ohne Cannabis-Erfahrung würde ich von Edibles abraten. Die Wirkung setzt verzögert ein, und die passende Dosis zu finden ist entsprechend schwierig.

Wie oben schon gesagt: Cannabis kann Ängste und paranoide Gefühle verstärken. Bei mir passiert genau das, wenn ich zu hoch dosiere. Das will man nicht über Stunden aushalten müssen.

Dazu kommen die Sortenunterschiede. Für deinen Zweck käme aus meiner Sicht am ehesten eine Sativa infrage, weil die Wirkung meist als belebend und aufhellend beschrieben wird. Solche Sorten tragen oft „Haze" im Namen.

Um Dosis und Sorte zu finden, ist medizinisches Cannabis aus der Apotheke der sinnvollere Weg. Eine gute Apotheke sollte dich dazu beraten können.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Wie schon geschrieben wurde: Edibles sind für den Anfang nichts, weil die Wirkung spät einsetzt und schlecht zu dosieren ist. Rechtlich ist es außerdem verworrener, Edibles selbst herzustellen ist nach meinem Stand nicht erlaubt.

Auch ich finde, es gibt bessere Wege, eine Angststörung in den Griff zu bekommen, als mit dem Konsum anzufangen. Wenn dein Arzt dir nicht weiterhilft, such dir eine zweite Meinung.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Nach meiner Erfahrung kann ich ohne ärztliche Begleitung nur abraten.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell
Rechtlich ist es außerdem verworrener, Edibles selbst herzustellen ist nach meinem Stand nicht erlaubt.

Wie kommst du darauf? Verkaufen darf man THC-haltige Produkte in Deutschland derzeit nicht. Aber zu Hause aus dem eigenen, legalen Gras Haschkekse backen ist erlaubt.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Da hatte ich etwas falsch im Kopf. Ich meinte, es stünde so im Cannabisgesetz — drin steht aber nur, dass die Extraktion von THC verboten ist. Klassischer Mandela-Effekt.

Archiv-Mitglied GArchiv · redaktionell

Meine Meinung, ausdrücklich ohne Fachwissen: Cannabis und Angst hängen stark zusammen, und ich wäre vorsichtig, weil es Ängste eben auch verstärken kann.

Ich habe selbst mit Angst zu tun, bei mir finanziell bedingt. Mein Problem ist der Briefkasten. Nach einem finanziellen Absturz spüre ich die Folgen bis heute, knapp ein Jahr nach der Ausbildung: Angst vor dem nächsten unangenehmen Brief, Angst davor, aufs Konto zu schauen. Ich habe Kontopfändungen hinter mir, sammle ungeöffnete Briefe und gehe dem Briefkasten aus dem Weg. Selbst die Türklingel macht mir Angst. Das ist ein grauenhaftes Gefühl.

Was ich unter Cannabis aber merke: Die weniger greifbaren Ängste werden schwächer, also Dunkelheit, Horrorfilme, soziale Situationen. Dann bin ich gesellig und locker, ohne eher verschlossen und in mich gekehrt.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Zur Rechtslage: Medizinisches Cannabis darf nicht als Edible verschrieben werden, deshalb ist der Verkauf THC-haltiger Edibles komplett verboten. Selbst herstellen darfst du sie natürlich, im privaten Rahmen und ohne Weitergabe, mit Blick auf die Höchstmengen.

Der Grund dahinter ist wohl die Sorge, Minderjährige könnten an THC-Gummibärchen kommen — ähnlich wie damals bei den Alkopops.

Archiv-Mitglied HArchiv · redaktionell

Hey, ich habe medizinisches Cannabis ausprobiert, weil ich seit Langem mit Ängsten und Depressionen zu tun habe. Gegen Angst würde ich eher eine Indica-dominante Sorte nehmen, gegen die Depression eher eine Sativa. Ich bin kein Arzt und berichte nur von mir.

Kläre die Behandlung vorher ärztlich ab, nicht alle Medikamente verträgen sich mit Cannabis. Edibles wirken stärker und sind, wie oben schon gesagt, schwer zu dosieren, was bei zu hoher Dosis heftige Nebenwirkungen bedeuten kann.

Mir hilft es an schlechten Tagen sehr. Rauche es die erste Zeit lieber, dann hält die Wirkung kürzer an, falls es dir nicht guttut. Taste dich langsam heran und nimm saubere Ware aus der Apotheke.

Archiv-Mitglied IArchiv · redaktionell

Dem schließe ich mich an: wenn, dann Indica. Nicht nur Indica-dominant, sondern Indica, und aus der Apotheke.

Ich mache das schon lange und habe zwischen Sorten nie wirklich Unterschiede gemerkt — bis ich die Sorten aus der Apotheke hatte.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei jedem anders wirkt, Angst ist ein komplexes Thema. Der eine hat Angst wegen finanziellem Druck, wie hier beschrieben. Der andere hat Panikattacken, die aus dem Nichts kommen und im Moment selbst durch nichts zu erklären sind. Einen Grund gibt es immer, nur liegt der oft weit zurück und ist nicht schnell zu finden.

Sowas passiert beim Lesen eines Textes in bester Laune: Plötzlich meint man, keine Luft zu bekommen, das Herz rast.

Beide Arten von Angst brauchen vermutlich unterschiedliche Wege. Meine Empfehlung oben gilt für Panikattacken, vielleicht sogar vor allem für Leute, die gern rauchen und davon Panikattacken bekommen. Haze sagt man das nach, und das kann ich bestätigen.

Archiv-Mitglied JArchiv · redaktionell
wenn, dann Indica. Nicht nur Indica-dominant, sondern Indica.

Da bin ich ganz bei dir, gerade bei Angstthemen macht das für mich den Unterschied.

Meine Empfehlung oben gilt für Panikattacken, Haze sagt man das nach.

Genau das habe ich auch erlebt, Haze kann da wirklich problematisch werden.

Mich hat zuletzt Drapalin Cape Canaveral 29/1 überrascht: sehr weicher Rauch, überhaupt nicht scharf, ganz anders als viele andere Sorten. Geschmacklich süß-würzig und lange auf der Zunge. Die Wirkung ist stark beruhigend und für mich in solchen Momenten ideal.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell
hier geht es um Panikattacken, die vielleicht sogar vom Konsum ausgelöst wurden.

Angststörungen kenne ich seit vielen Jahren, aber nie in wichtigen, entscheidenden Momenten. Da wurde die Angst bei mir immer sofort gegen Handeln getauscht.

Diese Störungen habe ich lange und vor allem ohne THC. Vor etwa einem Jahr habe ich angefangen, aus dem Eigenanbau zu konsumieren, und vor über acht Wochen wieder aufgehört.

Wenn ich jetzt neu anfange und dabei THC-frei starte, wäre ich ein guter Testfall. Losgehen soll es, sobald ich bei höchstens einem Tilidin am Tag bleibe. In den letzten zwei Wochen hat das zweimal nicht geklappt, aber ich denke, der Versuch startet bald.

Archiv-Mitglied IArchiv · redaktionell

Schon klar. Ich finde die Frage allgemein schwer zu beantworten.

Ich möchte niemandem raten, bei einer Angststörung mit Cannabis anzufangen. Es kann genauso das Gegenteil auslösen, wahrscheinlich sortenunabhängig, wenn jemand es nicht verträgt.

Andererseits: Mir wollte man vor einigen Jahren ziemlich heftige Medikamente geben, tagsüber etwas zum Aufputschen, nachts etwas zum Beruhigen, dazu Muskelentspannendes. Wenn man so einen Vorschlag bekommt, würde ich es eher zuerst mit Cannabis versuchen. So einen Cocktail nehme ich für mich jedenfalls nicht.

Es gibt eben Cannabis, das alles schlimmer macht, und solches, das hilft. Man muss das passende finden.

Antidepressiva, also das, was normalerweise verschrieben wird, verändern den Charakter meiner Meinung nach deutlich stärker als Cannabis. Ich bin aber kein Arzt, und das ist nur meine Sicht. Wer das anders sieht, hat gute Gründe.

Archiv-Mitglied KArchiv · redaktionell

Hallo!

Weil es noch nicht gefallen ist: Ob Cannabis bei einer Angststörung hilft, hängt stark von der Sorte ab. Schau also eher auf Indica-Sorten.


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