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Cannabis verschrieben bekommen – wo anfangen?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo,

es geht hier nicht um mich selbst, sondern um meinen Freund. Wir sind ratlos und kommen nicht weiter. Er bräuchte Cannabis dringend verschrieben, und wir wissen einfach nicht, wo. Wir kommen aus Köln, vielleicht hat hier ja schon jemand entsprechende Erfahrungen gemacht. Zwei Fragen sind mir offen geblieben, im Internet habe ich dazu keine Antwort gefunden:

1. Gibt es eine Möglichkeit, bei den bekannten Ärzten, die Cannabis verschreiben, irgendwie vorgerückt zu werden?

2. Verschreiben auch nicht spezialisierte Ärzte Cannabis, beziehungsweise dürfen die das überhaupt, oder müssen wir zu einem Spezialisten?

Es ist wirklich dringend. Danke schon mal im Voraus, falls jemand antwortet.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Zu 1.: Wieso vorrücken? Der Arzt verordnet es entweder oder eben nicht. Eine Warteliste wie bei Organtransplantationen gibt es dafür ja nicht 😉

Zu 2.: Verordnen darf grundsätzlich jeder Haus- oder Facharzt, dabei gilt aber Folgendes:

Ein Anspruch auf Versorgung mit Cannabis besteht nur, wenn

1. eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung

• nicht zur Verfügung steht oder

• im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung des Arztes nicht angewendet werden kann, abgewogen werden dabei die zu erwartenden Nebenwirkungen und der Krankheitszustand des Patienten,

2. und wenn eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht darauf besteht, dass der Krankheitsverlauf oder schwerwiegende Symptome spürbar positiv beeinflusst werden.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Ich bin mir recht sicher, dass Ärzte, die Cannabis verschreiben, für die Genehmigung noch spezielle Schulungen besuchen müssen. Bei den Ärzten, die mit Methadon substituieren, ist das ja genauso.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Ich habe noch vergessen zu sagen: Verschreiben darf jeder zugelassene Arzt, auch der Zahnarzt und so weiter. Besser sind aber Schmerzärzte, weil die sich mit dem Bürokratenkram auskennen.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Mein Freund, alle Theorie ist grau. Ich habe eine Menge, wirklich eine Menge übler Erfahrungen gemacht. Ich wünsche dir viel Erfolg.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Nein, müssen sie nicht. Es hängt aber eine Menge Papieraufwand dran, und überhaupt sollte der Doc sich auskennen.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Hey Leute, die Sache ist zwar schon etwas her, aber meinen Senf gebe ich gern noch dazu :).

Was oben steht, ist richtig, gilt allerdings nur für Kassenrezepte.

Beim Privatrezept ist dieses ganze Prozedere nicht nötig. Es gibt einige Ärzte, denen drückt man etwas Geld in die Hand und hat schon sein Privatrezept.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Hallo, seid du und dein Freund inzwischen fündig geworden? Soweit ich weiß, bekommt man es bei einem guten Grund bei so ziemlich jedem Arzt verschrieben.

Archiv-Mitglied GArchiv · redaktionell

Hi, die Frage ist schon etwas älter, aber mittlerweile gibt es ja mehrere Anbieter, über die man Cannabis-Patient werden kann. Bei mir lief es über xxx, sehr unkompliziert: Innerhalb von 30 Minuten war das E-Rezept bei der Apotheke meiner Wahl. Die Sorte konnte ich vorher auch online aussuchen, ich habe Unicorn Poop von MGF genommen. Kann ich nur empfehlen.

Archiv-Mitglied HArchiv · redaktionell

Als Privatzahler ist das recht easy, Telemedizinanbieter gibt es inzwischen in Mengen. Manche wollen nicht einmal eine Diagnose von einem anderen Arzt sehen, und auch kein persönliches Vorsprechen oder einen Videocall.

Schwieriger wird es nur bei der Kassenübernahme. Aber wenn dein Freund Cannabis erst einmal braucht, um seine Beschwerden zu lindern, dürfte das Thema in ein paar Tagen durch sein.

Viel Erfolg!


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