Zum Inhalt springen

Schimmel oder normale Verfärbung nach dem Trocknen?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo zusammen,

ich stehe beim Anbau noch ziemlich am Anfang und bei meinem Durchlauf ist am Ende das hier herausgekommen (Foto).

Mir ist nicht klar, ob es sich um Schimmel handelt oder ob etwas anderes nicht gepasst hat.

Der Geruch ist sehr krautig, und diese bräunliche Färbung kannte ich vom vorigen Durchlauf so nicht.

Vielen Dank schon jetzt für eure Einschätzung.

[Bild nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Auf mich wirkt das leider wie Schimmel.

Ist das der gesamte Ertrag, oder war auch einwandfreie Ware dabei?

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Im Nachhinein lässt sich das meiner Meinung nach nur schwer beurteilen.

Nach dem Trocknen, und vor allem wenn langsam und schonend mit etwas Restfeuchte getrocknet wurde (Fermentation), geht die Farbe oft deutlich ins Goldene bis Bräunliche. Je länger gelagert wird, desto stärker wird das meistens. Dahinter steckt der Abbau von Chlorophyll, und fürs späte Raucherlebnis ist das eher ein gutes Zeichen. Weniger Chlorophyll bedeutet in der Regel ein merklich milderes Rauchen und weniger Kratzen.

Bei mir sieht Cannabis, das ein Jahr im Glas gelegen hat, völlig anders aus als frisch geerntetes. Es ist klar bräunlicher beziehungsweise blasser. Frisch geerntetes ist dagegen meist noch recht grün.

Damit man das hier überhaupt sinnvoll einschätzen kann, fehlen uns im Moment die Grundlagen. Man müsste also etwas systematischer vorgehen:

• Wie wurde angebaut? Haben sich gegen Ende der Blüte schon auffällige Verfärbungen gezeigt, etwa vertrocknete Blätter oder Stellen, die durch Lichtstress ausgeblichen sind?

• So etwas bleibt nach dem Trocknen erhalten und führt zu helleren Stellen, ohne dass gleich Schimmel im Spiel sein muss.

• Wie waren die Bedingungen während des Grows? Gab es in der Blütephase durch die Feuchtigkeit bereits ein Schimmelrisiko?

• Wie hast du getrocknet, lag die Raumluftfeuchte eher hoch oder niedrig, und wie warm war es?

• Wurde in Gläsern mit Restfeuchte fermentiert?

Schimmel sieht meist gräulich und pelzig aus. Die Sporen lösen sich bei Berührung leicht und hinterlassen graue Rückstände.

Nach Schimmel sieht das auf den Bildern für mich eher nicht aus. Mein Eindruck ist, dass da Stellen schon in der Blütephase vertrocknet sind und sich das entsprechend in der trockenen Blüte zeigt. Weil sich Blätter zum Ende der Blüte ohnehin häufig verfärben, also herbstlich wirken, ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Teil noch grün ist, ein Teil gelblicher und manches ins Lilane geht. Bei manchen Phänotypen kommt zusätzlich ganzes oder teilweises „Purplen“ vor.

Mit ein paar zusätzlichen Angaben kann man das viel genauer betrachten, statt nur nach Gefühl und mit lauter Unbekannten zu urteilen.

Wenn du zu den Punkten in der Aufzählung noch etwas schreibst und, sofern vorhanden, Bilder vom Ende der Blüte vor der Ernte zeigst, hilft uns das für eine deutlich fachlichere Einschätzung sehr weiter.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Zu den Fragen oben: Ich hatte insgesamt etwas mehr Ertrag, wollte aber auf Empfehlung ausprobieren, die Pflanze zu cutten und komplett ohne Entlauben aufzuhängen. Gearbeitet habe ich in einem 90x90-Zelt mit einem Luftentfeuchter auf 65 %.

So hing das Ganze zwei Wochen, danach kam es in die Gläser, mit mehrmaligem Lüften pro Tag und dem Ziel, dauerhaft auf 62 % zu kommen.

Momentan sind es nach drei bis fünf Stunden aber immer noch 77 % Luftfeuchtigkeit.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Wie in meiner letzten Antwort geschrieben: Ein Kollege von mir, der schon länger growt, hat mir diese Art zu trocknen empfohlen.

Der Gedanke war, die Feuchtigkeit trotz Luftentfeuchter nur langsam herauszuziehen.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hier noch die Bilder dazu.

[2 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Optimal sieht das alles nicht aus. Deine Blüten wirken recht luftig.

Bilder vom Ende der Blüte wären auf jeden Fall hilfreich.

Was ich dir schon mitgeben kann: 65 % Luftfeuchtigkeit sind für die späte Blüte zu viel, da sollte man Werte unter 60 % anpeilen. Abhängig davon, wie dein Zelt belüftet war, kann sich Schimmel festgesetzt haben. Sehen kann man das allerdings am besten noch an der lebenden Pflanze.

Welche Lampe hattest du im Einsatz, und in welchem Abstand hing sie?

Die Pflanze komplett abzuschneiden und aufzuhängen ist übrigens eine gute Methode zu ernten. Hast du sie dann im Zelt trocknen lassen?

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Wenn der Luftentfeuchter auf 65 % eingestellt war, bedeutet das natürlich nicht, dass die Raumluftfeuchte genau bei diesem eher hohen Wert lag. Es sei denn, das Gerät hat zusätzlich auch befeuchtet.

Im Grunde sagt die Einstellung nur, dass die Luftfeuchte beim Trocknen maximal 65 % betragen hat, sie kann aber auch darunter gelegen haben.

Dass dein Cannabis jetzt noch bei 77 % Restfeuchte liegt, spricht dafür, dass es länger hätte hängen sollen.

Ich gehe dafür über den Stieltest. Knacken die Stiele beim Knicken leicht, brechen dabei aber nicht ab, ist das Cannabis nahezu trocken, also etwa bei 60 bis 70 % Restfeuchte. Lassen sie sich lautlos umbiegen, ist es noch zu feucht. Als Faustregel zur Feuchtigkeit in den Pflanzen funktioniert das ganz gut. Brechen die Stiele beim Knicken sofort ab, ist es eher zu trocken, dann liegt die Feuchte womöglich schon unter 60 %.

Was die Schimmelgefahr betrifft, war deine Trocknungsmethode eher riskant. Mit allen Blättern zu trocknen führt dazu, dass die Blüten schlecht belüftet werden. Üblicherweise nimmt man die Fächerblätter und die mittelgroßen Blätter vor dem Trocknen ab. Dazu eine Raumluftfeuchte von etwa 45 bis 60 % beim Trocknen, je nachdem, ob es schnell oder schonend gehen soll. Und ein Lüfter, der die Raumluft bewegt, ohne die Pflanzen direkt anzupusten, also nur leichte indirekte Luft.

Mit dem Knicktest grenzt man ein, wie weit die Trocknung ist. Fällt er entsprechend aus, kommen die Blüten idealerweise mit etwa 65 bis 70 % Restfeuchte in die Gläser und werden die ersten Tage noch mehrmals täglich belüftet. Notfalls schüttet man sie auch kurz aus und füllt sie wieder ein. Die Feuchte nähert sich dann Schritt für Schritt dem Zielwert von rund 60 bis 62 % Restfeuchte an. Bleibt dieser Wert stabil, ist die optimale Restfeuchte erreicht. Ab da muss man nicht mehr zwingend lüften, höchstens alle paar Tage mal kurz, um verbleibende Heugerüche weiter abzubauen. Die entstehen noch leicht, weil das Chlorophyll langsam weiter abgebaut wird.

Für eine längere Lagerung empfiehlt sich zusätzlich ein Feuchtigkeitspack im Glas, etwa von Boveda, damit es dauerhaft bei 60 oder 62 % Feuchte bleibt.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Huhu, auf deinen Bildern erkennt man vor allem vertrocknete, braune Blätter. Etwas Genaues lässt sich daraus kaum ableiten. Was sagt denn dein Kumpel dazu, der dir diese Trocknung empfohlen hat? Könnte der mal vorbeikommen und selbst draufschauen?

Sonst würde ich eine Blüte trimmen, an der Luft noch etwas nachtrocknen lassen, aufschneiden und daran riechen. Riecht es lediglich nach Stroh oder Heu, kann man auch mal probieren, sie zu rauchen. Kommt ein scharfer Schimmelgeruch, würde ich es lassen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du etwas Rauchbares angebaut hast.

Ganz allgemein sollte beim Trocknen in der Box die Abluft laufen, wenn regelbar auf niedriger Stufe, und der Ventilator irgendwo unten in der Box ebenfalls auf kleiner Stufe, damit die Luft zirkuliert. So lange hängen lassen, bis sich alles von außen „cross“ anfühlt und ein leicht gedrückter Bud keine Delle behält. Dann fein trimmen und in ein Glas, eine Dose oder etwas Vergleichbares geben. In den ersten Tagen mehrmals für ein paar Minuten den Deckel öffnen, bis es sich außen wieder „cross“ anfühlt, dann zu, damit sich die Feuchtigkeit gleichmäßig in den Buds verteilt, danach wieder lüften bis cross, und so weiter.

Falls du die Abluft nicht regeln kannst oder aus irgendeinem Grund nicht unter 60 % Luftfeuchte kommst, kannst du auch eine Papiertüte von unten über die aufgehängten Zweige ziehen. Das bremst zu starken Luftzug und senkt die Feuchte rund um die Buds deutlich. Die Pflanze also in die aufgehängte Tüte hängen, möglichst so, dass sich beides nicht berührt. 😉

Gemütliche Grüße


Anmelden und antwortenMitlesen geht auch ohne Konto.