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Was Cannabis bei mir über meine Kindheit sichtbar machte

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo, ich wollte hier einmal von meiner Erfahrung berichten.

Kurz zu mir: ich bin 33 und habe mit 16 angefangen zu kiffen. Mit 21 habe ich damit aufgehört, weil ich davon heftige Panikattacken und Angstzustände bekam.

12 Jahre später, inzwischen mit einer diagnostizierten schweren Depression, die medikamentös eingestellt ist, dachte ich mir, ich versuche es noch einmal, vielleicht schlafe ich dann besser.

Und jetzt kommt irgendwie der Hammer: Während ich stoned bin, ist das Gefühl überhaupt nicht schön. Ich reflektiere in Lichtgeschwindigkeit mein Leben und mein Verhalten gegenüber meiner Familie oder den Kollegen und erkenne dabei tatsächlich, warum ich zu anderen Leuten teilweise mies bin oder warum andere in bestimmten Situationen ein Problem mit mir hatten. Gedanklich lande ich dann irgendwie immer in meiner Kindheit, die ich gerade mit einem Therapeuten aufarbeite, und sehe unglaublich viele Situationen, die so tief in einem begraben liegen, dass sie in der Therapie nicht einmal auftauchen. Mich persönlich hat es enorm weitergebracht, zu verstehen, warum man so ist, wie man ist, und das dann anzunehmen, während ich vorher daran eher zerbrochen bin. Es ist wirklich sehr seltsam: Was mein Therapeut in vielen Gesprächen zu vermitteln versuchte, nämlich dass diese inneren Konflikte mich zerstören, habe ich innerhalb weniger Wochen selbst auflösen können, und mir geht es besser als je zuvor.

Hat von euch jemand Ähnliches erlebt? Ich habe im Internet viel gesucht, aber überall steht eigentlich, dass Cannabis bei Depressionen ganz schlimm sein soll und alles nur verstärkt.

Danke, und euch ein schönes Wochenende.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Wow, das ist doch großartig! Mich überrascht das nicht, und ich möchte dir für deine Tapferkeit meine Anerkennung ausdrücken.

Cannabis hat man schon in Gräbern aus der Steinzeit gefunden, und wir gehen davon aus, dass es in spirituellen Zusammenhängen benutzt wurde. Du hast es zufällig genau richtig eingesetzt, nämlich zur Selbsterkenntnis, neben anderen Gründen wie dem Kontakt mit dem Göttlichen. Und ja, du darfst mich für eine Spinnerin halten. Aber die Pflanze ist ein Lebewesen und hat ebenfalls einen Geist. Und sie mag es nicht, wenn man ihr ohne Respekt begegnet oder aus falschen Gründen zu ihr greift.

Dir hat sie ihr ganzes Heilungspotential gezeigt. Herzlichen Glückwunsch!

Ich wünsche dir, dass du auch immer mal ihr unglaublich beglückendes Potential genießen kannst!

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Depressionen sind meist nur eine Begleiterscheinung anderer, tiefer liegender Erkrankungen, körperlich wie seelisch. Cannabis während einer Depression oder einer depressiven Phase zu nutzen, birgt eine enorme Suchtgefahr, weil man dabei lernt, das Low der Depression mit dem High des Kiffens auszugleichen, statt die Gedankenstrukturen zu verändern.

Der Therapeut ist nur dafür da, den Gedankenprozess in Gang zu bringen, nicht um jemanden zu überzeugen oder ihm etwas einzureden. Ob das Kiffen diesen Prozess leichter oder schwerer macht, ist Glückssache und hängt bei jedem von vielen psychosozialen Faktoren, von der Art der Problematik und von der Genetik des Konsumierten ab.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Danke für deine interessante Erfahrung.

THC wirkt unter anderem sedierend, deshalb wird in Verbindung mit einer Depression natürlich davor gewarnt. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch positiv wirken kann.

Die Formulierung mit der "Heilung des inneren Kindes" würde ich für mich persönlich allerdings nicht unterschreiben.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Hi.

Der Thread ist schon ein halbes Jahr alt, ich möchte aber gern selbst etwas beitragen:

Mit Depressionen habe ich seit Jahrzehnten zu tun, mit 13 kam noch eine Psychose dazu, die mich Gott sei Dank wieder verlassen hat. Über zehn Jahre war ich richtig polytox abhängig. Nach 14 Jahren Abstinenz habe ich jetzt wieder angefangen zu kiffen, Auslöser war tiefer Frust in der Firma.

Aber: Cannabis bringt Eigenschaften und Wirkungen mit, die gut sein können und genauso schlecht. Je nach Sorte werden Kreativität und Denkvermögen angeschoben, das KANN helfen, kann aber auch leicht noch mehr kaputt machen. Im Zweifelsfall würde ich so etwas IMMER mit dem Arzt absprechen oder notfalls ganz darauf verzichten.

"Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Paracelsus.

Und von mir selbst, 2024: Vor allem der Umgang damit entscheidet, ob die Wirkung gut oder schlecht ausfällt.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Verschiedenes Cannabis wirkt verschieden. Ich habe eine posttraumatische Belastungsstörung und brauche deshalb einen kräftigen Indica-Rausch. Rauche ich eine schmalblättrige Pflanze, lande ich an einem seltsamen Ort, an dem ich mich nicht wohlfühle. Es geht darum, für den eigenen Bedarf, etwa Depressionen, das passende Medikament zu finden. Und genau da fängt das Problem an, wegen der Krise in der Cannabisgenetik. Kürzlich lief in sechs US-Bundesstaaten ein Test, der die Vielfalt von Cannabis untersuchen sollte. Gesammelt wurden 90.000 Proben. Herausgekommen ist, dass alle Proben in drei unterschiedliche chemische Zusammensetzungen passten, ganz unabhängig vom Sortennamen, von Beschreibungen wie Indica oder Sativa und davon, wer sie geliefert hatte. Ihr chemischer Inhalt war einer dieser drei.

Nach über drei Jahrzehnten schlechter Zuchtpraxis kommt eben das heraus. Auch der Krieg gegen die Drogen hat seinen Teil dazu beigetragen. Man hat es geschafft, Cannabis zu einem Gemisch aus Polyhybriden zu verrühren. Es ist fast ein Allerweltskraut für jedermann geworden. Die Studie ist auf Englisch, einen Link kann ich aber geben, wenn jemand ihn möchte.

Wenn man seinen Kopf einschaltet, wird ohnehin klar, dass das kein Einzelfall ist, der nur diese sechs US-Bundesstaaten betrifft. Schaut man genauer hin, fallen die Teile an ihren Platz. Auf das, was diese Saatgutfirmen sagen oder verkaufen, kann man sich nicht verlassen.

Deshalb hole ich Samen direkt bei Züchtern, die ich kenne und denen ich vertraue. Beim letzten Mal habe ich sie um professionellen Rat gebeten und am Ende eine runde Auswahl bekommen. Bei Depressionen hilft vielen Menschen das Hawaiianische. Maui Waui. Oder Kona Gold.


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